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Zweiter Teil
Die Naturphilosophie

Einleitung

Betrachtungsweisen der Natur


§ 245
Praktisch verhält sich der Mensch zu der Natur
als zu einem Unmittelbaren und Äußerlichen
selbst als ein unmittelbar äußerliches
und damit sinnliches Individuum,
das sich aber auch so mit Recht als Zweck
gegen die Naturgegenstände benimmt.

Die Betrachtung derselben nach diesem Verhältnisse
gibt den endlich-teleologischen Standpunkt (§ 205 ).

In diesem findet sich die richtige Voraussetzung
(§ 207-211),
daß die Natur den absoluten Endzweck
nicht in ihr selbst enthält;
wenn aber diese Betrachtung
von besonderen endlichen Zwecken ausgeht,
macht sie diese teils zu Voraussetzungen,
deren zufälliger Inhalt für sich sogar unbedeutend
und schal sein kann,
teils fordert das Zweckverhältnis für sich
eine tiefere Auffassungsweise
als nach äußerlichen und endlichen Verhältnissen,
- die Betrachtungsweise des Begriffs,
der seiner Natur nach überhaupt
und damit der Natur als solcher immanent ist.

§ 246
Was Physik genannt wird,
hieß vormals Naturphilosophie
und ist gleichfalls theoretische,
und zwar denkende Betrachtung der Natur,
welche einerseits nicht von Bestimmungen,
die der Natur äußerlich sind,
wie die jener Zwecke,
ausgeht,
andererseits
auf die Erkenntnis des Allgemeinen derselben,
so daß es zugleich in sich bestimmt sei,
gerichtet ist
- der Kräfte, Gesetze, Gattungen,
welcher Inhalt ferner auch nicht bloßes Aggregat sein,
sondern,
in Ordnungen, Klassen gestellt,
sich als eine Organisation ausnehmen muß.

Indem die Naturphilosophie begreifende Betrachtung ist,
hat sie dasselbe Allgemeine,
aber für sich zum Gegenstand
und betrachtet es in seiner eigenen,
immanenten Notwendigkeit
nach der Selbstbestimmung des Begriffs.

 


Begriff der Natur


§ 247
Die Natur hat sich als die Idee in der Form des Andersseins ergeben.

Da die Idee so als das Negative ihrer selbst
oder sich äußerlich ist,
so ist die Natur nicht äußerlich nur relativ gegen diese Idee
(und gegen die subjektive Existenz derselben, den Geist),
sondern die Äußerlichkeit macht die Bestimmung aus,
in welcher sie als Natur ist.

§ 248
In dieser Äußerlichkeit haben die Begriffsbestimmungen
den Schein eines gleichgültigen Bestehens
und der Vereinzelung gegeneinander;
der Begriff ist deswegen als Innerliches.

Die Natur zeigt daher in ihrem Dasein keine Freiheit,
sondern Notwendigkeit und Zufälligkeit.

§ 249
Die Natur ist als ein System von Stufen zu betrachten,
deren eine aus der andern notwendig hervorgeht
und die nächste Wahrheit derjenigen ist,
aus welcher sie resultiert,
aber nicht so,
daß die eine aus der andern natürlich erzeugt würde,
sondern in der inneren,
den Grund der Natur ausmachenden Idee.

Die Metamorphose kommt nur dem Begriff als solchem zu,
da dessen Veränderung allein Entwicklung ist.

Der Begriff aber ist in der Natur
teils nur ein Inneres,
teils existierend nur als lebendiges Individuum;
auf dieses allein ist daher die existierende Metamorphose beschränkt.

§ 250
Der Widerspruch der Idee,
indem sie als Natur sich selbst äußerlich ist,
ist näher der Widerspruch
einerseits der durch den Begriff gezeugten
Notwendigkeit ihrer Gebilde
und deren
in der organischen Totalität vernünftigen Bestimmung,
- andererseits deren gleichgültigen Zufälligkeit
und unbestimmbaren Regellosigkeit.

Die Zufälligkeit und Bestimmbarkeit von außen
hat in der Sphäre der Natur Recht.

Am größten ist diese Zufälligkeit
im Reiche der konkreten Gebilde,
die aber als Naturdinge
zugleich nur unmittelbar konkret sind.

Das unmittelbar Konkrete nämlich ist
eine Menge von Eigenschaften,
die außereinander und mehr oder weniger
gleichgültig gegeneinander sind,
gegen die eben darum die einfache
für sich seiende Subjektivität
ebenfalls gleichgültig ist
und sie äußerlicher,
somit zufälliger Bestimmung überläßt.

Es ist die Ohnmacht der Natur,
die Begriffsbestimmungen nur abstrakt zu erhalten
und die Ausführung des Besonderen
äußerer Bestimmbarkeit auszusetzen.

§ 251
Die Natur ist an sich ein lebendiges Ganzes;
die Bewegung durch ihren Stufengang ist näher dies,
daß die Idee sich als das setze,
was sie an sich ist;
oder,
was dasselbe ist,
daß sie aus ihrer Unmittelbarkeit und Äußerlichkeit,
welche der Tod ist,
in sich gehe,
um zunächst als Lebendiges zu sein,
aber ferner auch diese Bestimmtheit,
in welcher sie nur Leben ist,
aufhebe und sich zur Existenz des Geistes hervorbringe,
der die Wahrheit und der Endzweck der Natur
und die wahre Wirklichkeit der Idee ist.

 

 

Einteilung


§ 252
Die Idee als Natur ist:

1. in der Bestimmung des Außereinander,
der unendlichen Vereinzelung,
außerhalb welcher die Einheit der Form,
diese daher als eine ideelle,
nur an sich seiende und daher nur gesuchte ist,
die Materie
und deren ideelles System,
- Mechanik;

2. in der Bestimmung der Besonderheit,
so daß die Realität mit immanenter Formbestimmtheit
und an ihr existierender Differenz gesetzt ist,
ein Reflexionsverhältnis,
dessen Insichsein die natürliche Individualität ist,
- Physik;

3. in der Bestimmung der Subjektivität,
in welcher die realen Unterschiede der Form
ebenso zur ideellen Einheit,
die sich selbst gefunden und für sich ist,
zurückgebracht sind, - Organik.

 


Erste Abteilung der Naturphilosophie
Die Mechanik


§ 253
Die Mechanik betrachtet:

A. Das ganz abstrakte Außereinander,
- Raum und Zeit.

B. Das vereinzelte Außereinander
und dessen Beziehung in jener Abstraktion,
- Materie und Bewegung, - endliche Mechanik.

C. Die Materie
in der Freiheit ihres an sich seienden Begriffs,
in der freien Bewegung, - absolute Mechanik.

 

A
Raum und Zeit

a. Der Raum


§ 254
Die erste oder unmittelbare Bestimmung der Natur
ist die abstrakte Allgemeinheit ihres Außersichseins,
- dessen vermittlungslose Gleichgültigkeit,
der Raum.

Er ist das ganz ideelle Nebeneinander,
weil er das Außersichsein ist,
und schlechthin kontinuierlich,
weil dies Außereinander noch ganz abstrakt ist
und keinen bestimmten Unterschied in sich hat.


§ 255
Der Raum hat,
als an sich Begriff,
überhaupt dessen Unterschiede an ihm,
[und zwar]
a. unmittelbar in seiner Gleichgültigkeit
als die bloß verschiedenen,
ganz bestimmungslosen drei Dimensionen.


§ 256
ß. Aber der Unterschied ist wesentlich bestimmter,
qualitativer Unterschied.

Als solcher ist er
1. zunächst die Negation des Raums selbst,
weil dieser das unmittelbare unterschiedslose Außersichsein ist,
der Punkt.

2. Die Negation ist aber Negation des Raums,
d.i. sie ist selbst räumlich;
der Punkt als wesentlich diese Beziehung,
d.i. als sich aufhebend,
ist die Linie,
das erste Anders-, d. i. Räumlichsein des Punktes;

3. die Wahrheit des Andersseins
ist aber die Negation der Negation.

Die Linie geht daher in Fläche über,
welche einerseits eine Bestimmtheit
gegen Linie und Punkt,
und so Fläche überhaupt,
andererseits aber
die aufgehobene Negation des Raums ist,
somit Wiederherstellung der räumlichen Totalität,
welche nunmehr das negative Moment an ihr hat;
- umschließende Oberfläche,
die einen einzelnen ganzen Raum absondert.

 


b. Die Zeit


§ 257
Die Negativität, die sich als Punkt auf den Raum bezieht
und in ihm ihre Bestimmungen als Linie und Fläche entwickelt,
ist aber in der Sphäre des Außersichseins ebensowohl für sich
und ihre Bestimmungen darin,
aber zugleich als in der Sphäre des Außersichseins setzend,
dabei als gleichgültig gegen das ruhige Nebeneinander erscheinend.

So für sich gesetzt, ist sie die Zeit.


§ 258
Die Zeit, als die negative Einheit des Außersichseins,
ist gleichfalls ein schlechthin Abstraktes, Ideelles.

- Sie ist das Sein, das, indem es ist, nicht ist,
und indem es nicht ist, ist;
das angeschaute Werden,
d.i. daß die zwar schlechthin momentanen,
d.i. unmittelbar sich aufhebenden Unterschiede
als äußerliche, d.i. jedoch sich selbst äußerliche,
bestimmt sind.

§ 259
Die Dimensionen der Zeit,
die Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit,
sind das Werden der Äußerlichkeit als solches
und dessen Auflösung in die Unterschiede des Seins
als des Übergehens in Nichts
und des Nichts als des Übergehens in Sein.

Das unmittelbare Verschwinden dieser Unterschiede
in die Einzelheit ist die Gegenwart als Jetzt,
welches als die Einzelheit ausschließend
und zugleich schlechthin kontinuierlich
in die anderen Momente,
selbst nur dies Verschwinden seines Seins in Nichts
und des Nichts in sein Sein ist.

 

c. Der Ort und die Bewegung


§ 260
Der Raum ist in sich selbst
der Widerspruch des gleichgültigen Auseinanderseins
und der unterschiedslosen Kontinuität,
die reine Negativität seiner selbst
und das Übergehen zunächst in die Zeit.

Ebenso ist die Zeit,
da deren in eins zusammengehaltene
entgegengesetzte Momente sich unmittelbar aufheben,
das unmittelbare Zusammenfallen in die Indifferenz,
in das ununterschiedene Außereinander oder den Raum.

So ist an diesem die negative Bestimmung,
der ausschließende Punkt,
nicht mehr nur an sich dem Begriffe nach,
sondern gesetzt und in sich konkret
durch die totale Negativität, welche die Zeit ist;
- der so konkrete Punkt ist der Ort (§ 255, 256).



§ 261
Der Ort,
so die gesetzte Identität des Raumes und der Zeit,
ist zunächst ebenso der gesetzte Widerspruch,
welcher der Raum und die Zeit,
jedes an ihm selbst, ist.

Der Ort ist die räumliche, somit gleichgültige Einzelheit
und ist dies nur als räumliches Jetzt, als Zeit,
so daß der Ort unmittelbar gleichgültig gegen sich als diesen,
sich äußerlich, die Negation seiner
und ein anderer Ort ist.

Dies Vergehen und Sichwiedererzeugen
des Raums in Zeit und der Zeit in Raum,
daß die Zeit sich räumlich als Ort,
aber diese gleichgültige Räumlichkeit
ebenso unmittelbar zeitlich gesetzt wird,
ist die Bewegung.

- Dies Werden ist aber selbst
ebensosehr das in sich Zusammenfallen seines Widerspruchs,
die unmittelbar identische daseiende Einheit beider,
die Materie.


B
Materie und Bewegung
Endliche Mechanik


§ 262
Die Materie hält sich gegen ihre Identität mit sich,
durch das Moment ihrer Negativität,
ihrer abstrakten Vereinzelung, auseinander;
die Repulsion der Materie.

Ebenso wesentlich ist,
weil diese Verschiedenen ein und dasselbe sind,
die negative Einheit dieses außereinanderseienden Fürsichseins;
die Materie ist somit kontinuierlich,
- ihre Attraktion.

Die Materie ist untrennbar beides
und negative Einheit dieser Momente, Einzelheit,
aber als gegen das unmittelbare Außereinander
der Materie noch unterschieden und darum
selbst noch nicht als materiell gesetzt,
ideelle Einzelheit, Mittelpunkt,
- die Schwere.

 

a. Die träge Materie


§ 263
Die Materie hat zunächst
als bloß allgemein und unmittelbar
nur einen quantitativen Unterschied
und ist besondert in verschiedene Quanta,
- Massen,
welche in der oberflächlichen Bestimmung
eines Ganzen oder Eins Körper sind.


Gleichfalls unmittelbar ist der Körper
von seiner Idealität unterschieden
und ist zwar wesentlich räumlich und zeitlich,
aber als im Raume und in der Zeit,
und erscheint als deren
gegen diese Form gleichgültiger Inhalt.


§ 264
Nach der Raumbestimmung, in welcher die Zeit aufgehoben ist,
ist der Körper dauernd,
nach der Zeitbestimmung,
in der das gleichgültige räumliche Bestehen aufgehoben ist,
vergänglich;
überhaupt ein ganz zufälliges Eins.

Er ist zwar die beide Momente in ihrer Entgegensetzung
bindende Einheit, Bewegung;
aber als gegen Raum und Zeit (vorh. §),
so gegen deren Beziehung (§ 261),
die Bewegung,
gleichgültig,
ist sie ihm äußerlich,
wie seine Negation derselben,
die Ruhe,
- er ist träge.

 

b. Der Stoß


§ 265
Der träge Körper,
äußerlich in Bewegung,
die eben hiermit endlich ist,
gesetzt und so auf einen anderen bezogen,
macht momentan mit diesem einen Körper aus,
denn sie sind Massen von nur quantitativem Unterschiede;
die Bewegung ist auf diese Weise eine beider Körper
(Mitteilung der Bewegung).

Aber ebensosehr leisten sie sich Widerstand,
indem jeder gleichfalls
als unmittelbares Eins vorausgesetzt ist.

Dies ihr Fürsichsein,
das durch das Quantum der Masse weiter besondert ist, gegeneinander ist ihre relative Schwere,
- Gewicht als die Schwere einer quantitativ besonderen Masse
(extensiv als eine Menge schwerer Teile,
- intensiv als bestimmter Druck, s. § 103 Anm.),
welches als die reale Bestimmtheit mit der ideellen,
der quantitativen Bestimmtheit der Bewegung,
der Geschwindigkeit,
eine Bestimmtheit (quantitas motus) ausmacht,
innerhalb deren jene beiden gegenseitig
die Stellen voneinander vertreten können (vgl. § 261 Anm.).

§ 266
Dies Gewicht,
als intensive Größe in einem Punkt konzentriert im Körper selbst,
ist sein Schwerpunkt;
aber der Körper ist als schwer dies,
seinen Mittelpunkt außer sich zu setzen und zu haben.

Stoß und Widerstand wie die durch sie gesetzte Bewegung
haben daher eine substantielle Grundlage
in einem den einzelnen Körpern gemeinschaftlichen,
außer ihnen liegenden Zentrum,
und jene ihre äußerlich gesetzte,
akzidentelle Bewegung geht in die Ruhe,
in diesem Mittelpunkt, über.

Diese Ruhe ist zugleich,
indem das Zentrum außer der Materie ist,
nur ein Streben nach dem Zentrum und,
nach dem Verhältnisse der in Körper besonderten
und gemeinschaftlich dahin strebenden Materie,
ein Druck derselben aufeinander.

Dies Streben,
im Verhältnisse des Getrenntseins des Körpers
durch einen relativ-leeren Raum
von dem Mittelpunkt seiner Schwere,
ist der Fall, die wesentliche Bewegung,
in welche jene akzidentelle dem Begriffe nach übergeht,
wie der Existenz nach in Ruhe.


c. Der Fall


§ 267
Der Fall ist die relativ-freie Bewegung,
frei,
indem sie durch den Begriff des Körpers gesetzt,
die Erscheinung seiner eigenen Schwere ist;
sie ist ihm daher immanent .

Aber sie ist zugleich
als die nur erste Negation der Äußerlichkeit bedingt;
die Entfernung von dem Zusammenhange mit dem Zentrum
ist daher noch die äußerlich gesetzte, zufällige Bestimmung.

§ 268
Der Fall ist das nur abstrakte Setzen eines Zentrums,
in dessen Einheit der Unterschied
der partikularen Massen und Körper sich als aufgehoben setzt;
Masse, Gewicht hat daher in der Größe dieser Bewegung
keine Bedeutung.

Aber das einfache Fürsichsein des Zentrums
ist als diese negative Beziehung auf sich selbst
wesentlich Repulsion seiner selbst;
- formelle Repulsion in die vielen ruhenden Zentra (Sterne);
- lebendige Repulsion,
als Bestimmung derselben nach den Momenten des Begriffs
und wesentliche Beziehung
dieser hiernach unterschieden gesetzten Zentra aufeinander.

Diese Beziehung ist der Widerspruch ihres selbständigen Fürsichseins
und ihres in dem Begriffe Zusammengeschlossenseins;
die Erscheinung dieses Widerspruches ihrer Realität
und ihrer Identität ist die Bewegung,
und zwar die absolut freie Bewegung.


C Absolute Mechanik


§ 269
Die Gravitation ist
der wahrhafte und bestimmte Begriff der materiellen Körperlichkeit,
der zur Idee realisiert ist.

Die allgemeine Körperlichkeit urteilt sich wesentlich in besondere Körper
und schließt sich zum Momente der Einzelheit
oder Subjektivität als erscheinendes Dasein in der Bewegung zusammen,
welche hierdurch unmittelbar ein System mehrerer Körper ist.


§ 270
Was die Körper, in welchen der Begriff der Schwere
frei für sich realisiert ist, betrifft,
so haben sie zu Bestimmungen ihrer unterschiedenen Natur
die Momente ihres Begriffs.

Einer ist also das allgemeine Zentrum
der abstrakten Beziehung auf sich selbst.

Diesem Extreme steht die unmittelbare,
außersichseiende, zentrumlose Einzelheit,
als gleichfalls selbständige Körperlichkeit erscheinend, entgegen.

Die besonderen aber sind,
die sowohl in der Bestimmung des Außersichseins
als zugleich des Insichseins stehen, Zentra für sich sind
und sich auf den ersten als auf ihre wesentliche Einheit beziehen.

§ 271
Die Substanz der Materie, die Schwere,
zur Totalitat der Form entwickelt,
hat das Außersichsein der Materie nicht mehr außer ihr.

Die Form erscheint zunächst nach ihren Unterschieden
in den idealen Bestimmungen des Raums,
der Zeit und der Bewegung
und nach ihrem Fürsichsein
als ein außerhalb der außer sich seienden Materie bestimmtes Zentrum;
aber in der entwickelten Totalität ist dies Außereinander
als ein schlechthin von ihr bestimmtes gesetzt,
und die Materie ist nichts außerhalb dieses ihres Außereinanderseins.

Die Form ist auf diese Weise materialisiert.

Umgekehrt betrachtet
hat die Materie in dieser Negation ihres Außersichseins
in der Totalität das vorher nur gesuchte Zentrum,
ihr Selbst, die Formbestimmtheit,
an ihr selber erhalten.

Ihr abstraktes dumpfes Insichsein,
als schwer überhaupt,
ist zur Form entschlossen;
sie ist qualifizierte Materie; - Physik.


 

Zweite Abteilung der Naturphilosophie
Die Physik


§ 272
Die Materie hat Individualität,
insofern sie das Fürsichsein so in ihr selbst hat,
daß es in ihr entwickelt
und sie damit an ihr selbst bestimmt ist.

Die Materie entreißt auf diese Weise sich der Schwere,
manifestiert sich,
sich an ihr selbst bestimmend,
und bestimmt durch die ihr immanente Form
das Räumliche aus sich der Schwere gegenüber,
der vorher als einem gegen die Materie anderen,
von ihr nur gesuchten Zentrum dieses Bestimmen zukam.

§ 273
Die Physik hat zu ihrem Inhalte:

A. Die allgemeine Individualität,
die unmittelbaren freien physischen Qualitäten.

B. Die besondere Individualität,
Beziehung der Form als physischer Bestimmung auf die Schwere
und Bestimmung der Schwere durch sie.

C. Die totale freie Individualität.

 


A Physik der allgemeinen Individualität


§ 274
Die physischen Qualitäten sind
a) als unmittelbar,
außereinander in selbständiger Weise
als die nun physisch bestimmten himmlischen Körper;
b) als bezogen auf die individuelle Einheit ihrer Totalität,
- die physischen Elemente;
c) als der Prozeß,
der das Individuum derselben hervorbringt,
- der meteorologische Prozeß.

 

a. Die freien physischen Körper

a Das Licht


§ 275
Die erste qualifizierte Materie ist
sie als reine Identität mit sich,
als Einheit der Reflexion-in-sich,
somit die erste, selbst noch abstrakte Manifestation.

In der Natur daseiend ist sie die Beziehung auf sich
als selbständig gegen die anderen Bestimmungen der Totalität.

Dies existierende allgemeine Selbst der Materie
ist das Licht,
- als Individualität der Stern,
und derselbe als Moment einer Totalität die Sonne.

§ 276
Als das abstrakte Selbst der Materie
ist das Licht das Absolutleichte,
und als Materie ist es unendliches Außersichsein,
aber als reines Manifestieren,
materielle Idealität untrennbares und einfaches Außersichsein.

§ 277
Das Licht verhält sich als die allgemeine physikalische Identität
zunächst als ein Verschiedenes (§ 275),
daher hier Äußeres und Anderes
zu der in den anderen Begriffsmomenten qualifizierten Materie,
die so als das Negative des Lichts,
als ein Dunkles bestimmt ist.

Insofern dasselbe ebenso verschieden vom Lichte für sich besteht,
bezieht sich das Licht nur auf die Oberfläche
dieses so zunächst Undurchsichtigen,
welche hierdurch manifestiert wird,
aber ebenso untrennbar (ohne weitere Partikularisation glatt)
sich manifestierend,
d. i. an Anderem scheinend wird.

So jedes am Anderen erscheinend
und damit nur Anderes an ihm erscheinend,
ist dies Manifestieren durch sein Außersichsetzen
die abstrakt-unendliche Reflexion-in-sich,
durch welche noch nichts an ihm selbst für sich zur Erscheinung kommt.

Damit etwas endlich erscheine, sichtbar werden könne,
muß daher auf irgendeine physische Weise
weitere Partikularisation (z. B. ein Rauhes, Farbiges usf.)
vorhanden sein.

§ 278
Die Manifestation der Gegenstände aneinander,
als durch ihre Undurchsichtigkeit begrenzt,
ist außersichseiende, räumliche Beziehung,
die durch nichts weiter bestimmt,
daher direkt (geradlinig) ist.

Indem es Oberflächen sind,
die sich zueinander verhalten,
und diese in verschiedene Lagen treten können,
so geschieht es,
daß die Manifestation eines sichtbaren Gegenstandes
an einem anderen (glatten)
sich vielmehr an einem dritten manifestiert usf.
(das Bild desselben, dessen Ort dem Spiegel zugeschrieben wird,
ist in eine andere Oberfläche,
das Auge oder [einen] anderen Spiegel usf., reflektiert).

Die Manifestation kann
in diesen partikularisierten räumlichen Bestimmungen
nur die Gleichheit zum Gesetz haben,
- die Gleichheit des Einfallswinkels mit dem Winkel der Reflexion,
wie die Einheit der Ebene dieser Winkel;
es ist durchaus nichts vorhanden,
wodurch die Identität der Beziehung auf irgendeine Weise verändert würde.

 

ß. Die Körper des Gegensatzes


§ 279
Das Dunkle, zunächst das Negative des Lichts,
ist der Gegensatz gegen dessen abstrakt-identische Idealität,
- der Gegensatz an ihm selbst;
er hat materielle Realität und zerfällt in sich in die Zweiheit,
1. der körperlichen Verschiedenheit,
d. i. des materiellen Fürsichseins, der Starrheit,
2. der Entgegensetzung als solcher,
welche für sich als von der Individualität nicht gehalten,
nur in sich zusammengesunken,
die Auflösung und Neutralität ist;
jenes der lunarische, dieses der kometarische Körper.

 

y. Der Körper der Individualität


§ 280
Der Gegensatz, in sich zurückgegangen,.
ist die Erde oder der Planet überhaupt,
der Körper der individuellen Totalität,
in welcher die Starrheit zur Trennung in reale Unterschiede
aufgeschlossen und diese Auflösung
durch den selbstischen Einheitspunkt zusammengehalten ist.

 

b. Die Elemente

§ 281
Der Körper der Individualität
hat die Bestimmungen der elementarischen Totalität,
welche unmittelbar als frei für sich bestehende Körper sind,
als unterworfene Momente an ihm;
so machen sie seine allgemeinen physikalischen Elemente aus.

 

a. Die Luft

§ 282
Das Element der unterschiedslosen Einfachheit
ist nicht mehr die positive Identität mit sich,
die Selbstmanifestation, welche das Licht als solches ist,
sondern ist nur negative Allgemeinheit,
als zum selbstlosen Moment eines Anderen herabgesetzt,
daher auch schwer.

Diese Identität ist als die negative Allgemeinheit
die verdachtlose, aber schleichende und zehrende Macht
über das Individuelle und Organische;
die gegen das Licht passive, durchsichtige,
aber alles Individuelle in sich verflüchtigende,
nach außen mechanisch elastische,
in alles eindringende Flüssigkeit,
- die Luft.

 

ß . Die Elemente des Gegensatzes


§ 283
Die Elemente des Gegensatzes sind
erstens das Fürsichsein,
aber nicht das gleichgültige der Starrheit,
sondern das in der Individualität als Moment gesetzte,
als die fürsichseiende Unruhe derselben,
- das Feuer.

- Die Luft ist an sich Feuer
(wie sie sich durch Kompression zeigt),
und im Feuer ist sie gesetzt als negative Allgemeinheit
oder sich auf sich beziehende Negativität.

Es ist die materialisierte Zeit oder Selbstischkeit
(Licht identisch mit Wärme),
das schlechthin Unruhige und Verzehrende,
in welches ebenso die Selbstverzehrung des Körpers ausschlägt,
als es umgekehrt äußerlich an ihn kommend ihn zerstört,
- ein Verzehren eines Anderen, das zugleich sich selbst verzehrt
und so in Neutralität übergeht.

§ 284
Das andere [Element ] ist das Neutrale,
der in sich zusammengegangene Gegensatz,
der, ohne fürsichseiende Einzelheit,
hiermit ohne Starrheit und Bestimmung in sich,
ein durchgängiges Gleichgewicht,
alle mechanisch in ihm gesetzte Bestimmtheit auflöst,
Begrenztheit der Gestalt nur von außen erhält
und sie nach außen sucht (Adhäsion) [und]
ohne die Unruhe des Prozesses an ihm selbst
schlechthin die Möglichkeit desselben,
die Auflösbarkeit,
wie die Fähigkeit der Form der Luftigkeit und der Starrheit
als eines Zustandes außer seinem eigentümlichen,
der Bestimmtlosigkeit in sich, ist;
- das Wasser.

 

y. Individuelles Element


§ 285
Das Element des entwickelten Unterschiedes
und der individuellen Bestimmung desselben
ist die zunächst noch unbestimmte Erdigkeit überhaupt,
als von den anderen Momenten unterschieden;
aber als die Totalität,
die dieselben bei ihrer Verschiedenheit
in individueller Einheit zusammenhält,
ist sie die sie zum Prozeß anfachende und ihn haltende Macht.

 

c. Der elementarische Prozeß


§ 286
Die individuelle Identität,
unter welche die differenten Elemente
und deren Verschiedenheit gegeneinander
und gegen ihre Einheit gebunden sind,
ist eine Dialektik,
die das physikalische Leben der Erde,
den meteorologischen Prozeß, ausmacht;
die Elemente, als unselbständige Momente,
haben in ihm ebenso allein ihr Bestehen,
als sie darin erzeugt, als existierende gesetzt werden,
nachdem sie vorhin aus dem Ansich
als Momente des Begriffs entwickelt worden sind.

§ 287
Der Prozeß der Erde wird durch ihr allgemeines Selbst,
die Tätigkeit des Lichts,
ihr ursprüngliches Verhältnis zur Sonne,
fortdauernd angefacht und dann
nach der Stellung der Erde zur Sonne
(Klimate, Jahreszeiten usf.) weiter partikularisiert.

- Das eine Moment dieses Prozesses
ist die Diremtion der individuellen Identität,
die Spannung in die Momente des selbständigen Gegensatzes,
in Starrheit und in selbstlose Neutralität,
wodurch die Erde der Auflösung zugeht
- einerseits zum Kristall, einem Monde,
andererseits zu einem Wasserkörper, einem Kometen, zu werden
- und die Momente der Individualität
ihren Zusammenhang mit ihren selbständigen Wurzeln zu realisieren suchen.

§ 288
Das andere Moment des Prozesses ist,
daß das Fürsichsein,
welchem die Seiten der Entgegensetzung zugehen,
sich als die auf die Spitze getriebene Negativität aufhebt;
- die sich entzündende Verzehrung
des versuchten unterschiedenen Bestehens,
durch welche ihre wesentliche Verknüpfung sich herstellt
und die Erde sich als reelle und fruchtbare Individualität geworden ist.

§ 289
Indem der Begriff der Materie, die Schwere,
seine Momente zunächst als selbständige,
aber elementarische Realitäten auslegt,
ist die Erde abstrakter Grund der Individualität.

In ihrem Prozesse setzt sie sich
als negative Einheit der außereinander seienden abstrakten Elemente,
hiermit als reale Individualität.


 

B Physik der besonderen Individualität


§ 290
Die vorher elementarischen Bestimmtheiten
nun der individuellen Einheit unterworfen,
so ist diese die immanente Form,
welche für sich die Materie gegen ihre Schwere bestimmt.

Die Schwere, als Suchen des Einheitspunktes,
tut dem Außereinander der Materie keinen Eintrag,
d. i. der Raum, und zwar nach einem Quantum,
ist das Maß der Besonderungen der Unterschiede
der schweren Materie, der Massen;
die Bestimmungen der physikalischen Elemente sind
noch nicht in ihnen selber ein konkretes Fürsichsein,
damit dem gesuchten Fürsichsein der schweren Materie
noch nicht entgegengesetzt.

Jetzt durch die gesetzte Individualität der Materie
ist sie in ihrem Außereinander selbst ein Zentralisieren
gegen dies ihr Außereinander und gegen
dessen Suchen der Individualität,
different gegen das ideelle Zentralisieren der Schwere,
ein immanentes anderes Bestimmen der materiellen Räumlichkeit
als durch die Schwere und nach der Richtung derselben.

Dieser Teil der Physik ist die individualisierende Mechanik,
indem die Materie durch die immanente Form,
und zwar nach dem Räumlichen, bestimmt wird.

Zunächst gibt dies ein Verhältnis zwischen beidem,
der räumlichen Bestimmtheit als solcher
und der ihr zugehörigen Materie.



§ 291
Diese individualisierende Formbestimmung
ist zunächst an sich oder unmittelbar
so noch nicht als Totalität gesetzt.

Die besonderen Momente der Form kommen daher
als gleichgültig und außereinander zur Existenz,
und die Formbeziehung ist als ein Verhältnis Verschiedener.

Es ist die Körperlichkeit in endlichen Bestimmungen,
bedingt durch Äußeres zu sein
und in viele partikuläre Körper zu zerfallen.

Der Unterschied kommt so
teils in der Vergleichung von verschiedenen Körpern miteinander,
teils in der reelleren,
jedoch mechanisch bleibenden Beziehung derselben
zur Erscheinung.

Die selbständige Manifestation der Form,
die keiner Vergleichung, noch der Erregung bedarf,
kommt erst der Gestalt zu.



§ 292
Die Bestimmtheit,
welche die Schwere erleidet, ist
a) abstrakt einfache Bestimmtheit
und damit als ein bloß quantitatives Verhältnis an ihr,
- spezifische Schwere;
b) spezifische Weise der Beziehung materieller Teile,
- Kohäsion.

c) Diese Beziehung der materiellen Teile für sich,
als existierende Idealität, und zwar
a) als das nur ideelle Aufheben
- der Klang;
ß) als reelles Aufheben der Kohäsion
- die Wärme.

 

a. Die spezifische Schwere


§ 293
Die einfache, abstrakte Spezifikation
ist die spezifische Schwere oder Dichtigkeit der Materie,
ein Verhältnis des Gewichts der Masse zu dem Volumen,
wodurch das Materielle als selbstisch sich
von dem abstrakten Verhältnisse zum Zentralkörper,
der allgemeinen Schwere, losreißt,
aufhört, die gleichförmige Erfüllung des Raums zu sein,
und dem abstrakten Außereinander
ein spezifisches Insichsein entgegensetzt.

§ 294
Die Dichtigkeit ist nur erst einfache Bestimmtheit
der schweren Materie;
aber indem die Materie das wesentliche Außereinander bleibt,
so ist die Formbestimmung weiter eine spezifische Weise
der räumlichen Beziehung ihres Vielfachen aufeinander,
- Kohäsion.

 

b. Kohäsion


§ 295
In der Kohäsion setzt die immanente Form
eine andere Weise des räumlichen Nebeneinanderseins
der materiellen Teile,
als durch die Richtung der Schwere bestimmt ist.

Diese somit spezifische Weise des Zusammenhalts
des Materiellen ist erst am Verschiedenen überhaupt gesetzt,
noch nicht zu in sich beschlossener Totalität (Gestalt) zurückgegangen;
sie kommt somit nur gegen gleichfalls verschiedene,
und kohärent verschiedene, Massen zur Erscheinung
und zeigt sich daher als eine eigentümliche Weise
des Widerstands im mechanischen Verhalten gegen andere Massen.


§ 296
Diese Formeinheit des mannigfaltigen Außereinander
ist an ihr selbst mannigfaltig.

a) Ihre erste Bestimmtheit ist der ganz unbestimmte Zusammenhalt,
insofern Kohäsion des in sich Kohäsionslosen,
daher die Adhäsion mit anderem.

ß) Die Kohärenz der Materie mit sich selbst
ist zunächst die bloß quantitative,
- die gemeine Kohäsion,
die Stärke des Zusammenhalts gegen Gewicht,
- ferner aber die qualitative,
die Eigentümlichkeit des Nachgebens
und ebendamit des sich selbständig in seiner Form Zeigens
gegen Druck und Stoß äußerer Gewalt.

Nach der bestimmten Weise der Raumformen produziert
die innerlich mechanisierende Geometrie die Eigentümlichkeit,
eine bestimmte Dimension im Zusammenhalte zu behaupten:
die Punktualität,
- Sprödigkeit;
die Linearität,
- Rigidität überhaupt und näher Zähigkeit;
die Flächenhaftigkeit,
- Dehnbarkeit, Hämmerbarkeit.


§ 297
y) Das Körperliche,
gegen dessen Gewalt ein Körperliches im Nachgeben
zugleich seine Eigentümlichkeit behauptet,
ist ein anderes Körperindividuum.

Aber als kohärent ist der Körper
auch an ihm selbst außereinanderseiende Materialität,
deren Teile, indem das Ganze Gewalt leidet,
gegeneinander Gewalt ausüben und nachgeben,
aber als ebenso selbständig die erlittene Negation aufheben
und sich herstellen.

Das Nachgeben
und darin die eigentümliche Selbsterhaltung nach außen
ist daher unmittelbar verknüpft mit diesem inneren Nachgeben
und Selbsterhalten gegen sich selbst,
- Elastizität.



§ 298
Es kommt hier die Idealität zur Existenz,
welche die materiellen Teile als Materie nur suchen,
der für sich seiende Einheitspunkt,
in welchem sie, als wirklich attrahiert, nur negierte wären.

Dieser Einheitspunkt, insofern sie nur schwer sind,
ist zunächst außer ihnen und so nur erst an sich;
in der aufgezeigten Negation, welche sie erleiden,
ist diese Idealität nun gesetzt.

Aber sie ist noch bedingt, die nur eine Seite des Verhältnisses,
dessen andere Seite das Bestehen der außereinanderseienden
Teile ist, so daß die Negation derselben
in ihr Wiederherstellen übergeht.

Die Elastizität ist
daher nur Veränderung der spezifischen Schwere,
die sich wiederherstellt.



§ 299
Die Idealität, die hierin gesetzt ist,
ist eine Veränderung, die ein doppeltes Negieren ist.

Das Negieren des (außereinander) Bestehens
der materiellen Teile wird ebenso negiert
als das Wiederherstellen ihres Außereinanderseins
und ihrer Kohäsion;
sie ist eine Idealität als Wechsel
der einander aufhebenden Bestimmungen,
das innere Erzittern des Körpers in ihm selbst,
- der Klang.

 

c. Der Klang


§ 300
Die spezifische Einfachheit der Bestimmtheit,
welche der Körper in der Dichtigkeit
und dem Prinzip seiner Kohäsion hat,
diese zuerst innerliche Form,
hindurchgegangen durch ihr Versenktsein
in das materielle Außereinander,
wird frei in der Negation des für sich Bestehens
dieses seines Außereinanderseins.

Es ist dies das Übergehen der materiellen Räumlichkeit
in materielle Zeitlichkeit.

Damit, daß diese Form so im Erzittern,
d. i. durch die momentane ebenso Negation der Teile
wie Negation dieser ihrer Negation,
die aneinander gebunden eine durch die andere erweckt wird,
und so, als ein Oszillieren des Bestehens und der Negation
der spezifischen Schwere und Kohäsion,
am Materiellen als dessen Idealität ist,
ist die einfache Form für sich existierend
und kommt als diese mechanische Seelenhaftigkeit
zur Erscheinung.



§ 301
An dem Erzittern ist das Schwingen,
als äußere Ortsveränderung,
nämlich des räumlichen Verhältnisses zu anderen Körpern,
zu unterscheiden,
welches gewöhnliche eigentliche Bewegung ist.

Aber obzwar unterschieden,
ist es zugleich identisch mit der
vorhin bestimmten inneren Bewegung,
welche die freiwerdende Subjektivität,
die Erscheinung des Klanges als solchen ist.


Die Existenz dieser Idealität hat,
um ihrer abstrakten Allgemeinheit willen,
nur quantitative Unterschiede.

Im Reiche des Klanges und der Töne
beruht daher ihr weiterer Unterschied gegeneinander,
ihre Harmonie und Disharmonie
auf Zahlenverhältnissen und deren einfacherem
oder verwickelterem und entfernterem Zusammenstimmen.

§ 302
Der Klang ist der Wechsel des spezifischen Außereinanderseins
der materiellen Teile und des Negiertseins desselben;
- nur abstrakte oder sozusagen nur ideelle Idealität dieses Spezifischen.

Aber dieser Wechsel ist hiermit selbst unmittelbar
die Negation des materiellen spezifischen Bestehens;
diese ist damit reale Idealität der spezifischen Schwere und Kohäsion,
- Wärme.

 

d. Die Wärme


§ 303
Die Wärme ist das Sichwiederherstellen der Materie
in ihre Formlosigkeit, ihre Flüssigkeit,
der Triumph ihrer abstrakten Homogeneität über
die spezifischen Bestimmtheiten;
ihre abstrakte, nur an sich seiende Kontinuität
als Negation der Negation ist hier als Aktivität gesetzt.

Formell, d. i. in Beziehung auf Raumbestimmung überhaupt,
erscheint die Wärme daher als ausdehnend,
als aufhebend die Beschränkung,
welche das Spezifizieren des gleichgültigen Einnehmens
des Raums ist.

§ 304
Diese reale Negation der Eigentümlichkeit des Körpers
ist daher sein Zustand,
in seinem Dasein nicht sich selbst affirmativ anzugehören;
diese seine Existenz ist so vielmehr die Gemeinschaft
mit anderen und die Mitteilung an sie,
- äußere Wärme.

Die Passivität des Körperlichen für dieselbe
beruht auf der in der spezifischen Schwere und Kohäsion
an sich vorhandenen Kontinuität des Materiellen,
durch welche ursprüngliche Idealität die Modifikation
der spezifischen Schwere und Kohäsion
für jene Mitteilung, für das Setzen der Gemeinschaft,
keine wirkliche Grenze sein kann.

§ 305
Die Mitteilung der Wärme an verschiedene Körper
enthält für sich nur das abstrakte Kontinuieren
dieser Determination durch unbestimmte Materialität hindurch,
und insofern ist die Wärme nicht qualitativer Dimensionen in sich,
sondern nur des abstrakten Gegensatzes von Positivem
und Negativem
und des Quantums und Grades fähig wie eines abstrakten Gleichgewichts,
als eine gleiche Temperatur der Körper zu sein,
unter welche sich der Grad verteilt.

Da aber die Wärme Veränderung der spezifischen Schwere
und Kohäsion ist,
so ist sie zugleich an diese Bestimmungen gebunden,
und die äußere, mitgeteilte Temperatur
ist für die Bestimmtheit ihrer Existenz
durch die besondere spezifische Schwere und Kohäsion
des Körpers bedingt, dem sie mitgeteilt wird;
- spezifische Wärme-Kapazität.

§ 306
Die Wärme als Temperatur überhaupt
ist zunächst die noch abstrakte
und ihrer Existenz und Bestimmtheit nach
bedingte Auflösung der spezifizierten Materialität.

Sich aber ausführend, in der Tat realisiert,
gewinnt das Verzehren der körperlichen Eigentümlichkeit
die Existenz der reinen physischen Idealität,
der frei werdenden Negation des Materiellen
und tritt als Licht hervor,
jedoch als Flamme,
als an die Materie gebundene Negation der Materie.

Wie das Feuer zuerst (§ 283) aus dem Ansich sich entwickelte,
so wird es hier gesetzt, daß es sich als äußerlich bedingt
aus den existierenden Begriffsmomenten innerhalb der Sphäre
der bedingten Existenz erzeugt.

- Es verzehrt sich ferner so als Endliches
zu gleich mit den Bedingungen, deren Verzehren es ist.

§ 307
Die Entwicklung der realen,
d. i. die Form an ihr enthaltenden Materie
geht so in ihrer Totalität in die reine Idealität ihrer Bestimmungen,
in die mit sich abstrakt identische Selbstischkeit über,
die in diesem Kreise der äußerlichen Individualität
selbst (als Flamme) äußerlich wird und so verschwindet.

Die Bedingtheit dieser Sphäre ist,
daß die Form ein Spezifizieren der schweren Materie,
und die Individualität als Totalität nur erst an sich war.

In der Wärme ist gesetzt
das Moment der realen Auflösung der Unmittelbarkeit
und der zunächst vorhandenen Gleichgültigkeit
des spezifizierten Materiellen gegeneinander.

Die Form ist daher jetzt als Totalität dem
als gegen sie widerstandslosen Materiellen immanent.

- Die Selbstischkeit
als die unendliche sich auf sich beziehende Form
ist als solche in die Existenz getreten;
sie erhält sich in der ihr unterworfenen Äußerlichkeit
und ist als die frei dies Materielle bestimmende Totalität,
- die freie Individualität.


 

C Physik der totalen Individualität


§ 308
Die Materie ist zuerst an sich die Totalität des Begriffs
als schwere;
so ist sie nicht an ihr selbst formiert;
der Begriff, in seinen besonderen Bestimmungen an ihr gesetzt,
zeigt zunächst die endliche,
in ihre Besonderheiten auseinanderfallende Individualität.

Die Totalität des Begriffs nun gesetzt,
ist der Mittelpunkt der Schwere nicht mehr
als die von der Materie gesuchte Subjektivität,
sondern ihr immanent als die Idealität jener zuerst
unmittelbaren und bedingten Formbestimmungen,
welche nunmehr als von innen heraus entwickelte Momente sind.

Die materielle Individualität, so in ihrer Entwicklung identisch mit sich,
ist unendlich für sich, aber zugleich bedingt;
sie ist die subjektive Totalität nur erst unmittelbar;
daher, obgleich für sich unendlich,
enthält sie das Verhältnis zu anderem;
und erst im Prozesse kommt sie dazu,
daß diese Äußerlichkeit und Bedingtheit
als sich aufhebend gesetzt wird;
so wird sie existierende Totalität des materiellen Fürsichseins,
die dann an sich Leben ist und im Begriffe in dasselbe übergeht.



§ 309
Die totale Individualität ist:

a) unmittelbar Gestalt als solche,
und deren abstraktes Prinzip in freier Existenz erscheinend,
- der Magnetismus;

b) bestimmt sie sich zum Unterschiede,
den besonderen Formen der körperlichen Totalität;
diese individuelle Besonderung zum Extreme gesteigert
ist die Elektrizität.

c) Die Realität dieser Besonderung
ist der chemisch differente Körper und die Beziehung desselben,
- die Individualität,
welche Körper zu ihren Momenten hat,
sich als Totalität realisierend,
der chemische Prozeß.

 

a. Die Gestalt


§ 310
Der Körper als totale Individualität ist unmittelbar, ruhende Totalität,
somit Form des räumlichen Zusammenseins des Materiellen,
daher wieder zuerst Mechanismus.

Die Gestalt ist somit materieller Mechanismus
der nun unbedingt und frei bestimmenden Individualität,
- der Körper,
dessen spezifische Art des inneren Zusammenhalts nicht nur,
sondern dessen äußerliche Begrenzung im Raume
durch die immanente und entwickelte Form bestimmt ist.

Auf solche Weise ist die Form von selbst manifestiert
und zeigt sich nicht erst als eine Eigentümlichkeit
des Widerstands gegen fremde Gewalt.



§ 311
Die a) unmittelbare, d. i. die als in sich formlos gesetzte Gestalt
ist einerseits das Extrem der Punktualität der Sprödigkeit,
andererseits das Extrem der sich kugelnden Flüssigkeit;
- die Gestalt als innere Gestaltlosigkeit.



§ 312
ß) Das Spröde,
als an sich seiende Totalität der formierenden Individualität,
schließt sich zum Unterschiede des Begriffs auf.

Der Punkt geht zunächst in die Linie über,
und die Form setzt sich an derselben in Extreme entgegen,
welche als Momente kein eigenes Bestehen haben
und nur durch ihre Beziehung,
welche erscheinend ihre Mitte und der Indifferenzpunkt des Gegensatzes ist,
gehalten sind.

Dieser Schluß macht das Prinzip der Gestaltung
in ihrer entwickelten Bestimmtheit aus
und ist in dieser noch abstrakten Strenge der Magnetismus.



§ 313
Insofern diese sich auf sich beziehende Form
zunächst in dieser abstrakten Bestimmung,
Identität der bestehenden Differenzen zu sein, existiert,
also noch nicht in der totalen Gestalt zum Produkte geworden
und paralysiert ist,
ist sie als Tätigkeit,
und zwar in der Sphäre der Gestalt
die immanente Tätigkeit des freien Mechanismus,
nämlich die örtlichen Verhältnisse zu bestimmen.



§ 314
Die Tätigkeit der Form ist keine andere
als die des Begriffs überhaupt,
das Identische different und das Differente identisch zu setzen,
hier also in der Sphäre der materiellen Räumlichkeit
das im Raume Identische different zu setzen,
d. i. es von sich zu entfernen (abzustoßen),
und das im Raume Differente identisch zu setzen,
d. i. es zu nähern und zur Berührung zu bringen (anzuziehen).

Diese Tätigkeit,
da sie in einem Materiellen, aber noch abstrakt
(und nur als solche ist sie Magnetismus) existiert,
beseelt sie nur ein Lineares ( § 256).

In solchem können die beiden Bestimmungen der Form
nur an seinem Unterschiede,
d. i. an den beiden Enden, geschieden hervortreten,
und ihr tätiger, magnetischer Unterschied besteht nur darin,
daß das eine Ende (der eine Pol) dasselbe - ein Drittes -
mit sich identisch setzt,
was das andere (der andere Pol) von sich entfernt.



§ 315
y) Die Tätigkeit, in ihr Produkt übergegangen,
ist die Gestalt und bestimmt als Kristall.

In dieser Totalität sind die differenten magnetischen Pole
zur Neutralität reduziert,
die abstrakte Linearität der ortbestimmenden Tätigkeit
zur Fläche und Oberfläche des ganzen Körpers realisiert;
näher die spröde Punktualität
einerseits zur entwickelten Form erweitert,
andrerseits aber die formelle Erweiterung der Kugel
zur Begrenzung reduziert.

Es wirkt die eine Form,
den Körper nach außen (die Kugel begrenzend)
und (die Punktualität gestaltend) seine innere Kontinuität durch
und durch (Durchgang der Blätter, Kerngestalt) zu kristallisieren.

 

b. Die Besonderung des individuellen Körpers


§ 316
Die Gestaltung,
das den Raum bestimmende Individualisieren des Mechanismus,
geht in die physikalische Besonderung über.

Der individuelle Körper ist an sich die physische Totalität;
diese ist an ihm im Unterschiede,
aber wie er in der Individualität bestimmt und gehalten ist,
zu setzen.

Der Körper als das Subjekt dieser Bestimmungen
enthält dieselben als Eigenschaften oder Prädikate;
aber so,
daß sie zugleich ein Verhalten zu ihren ungebundenen,
allgemeinen Elementen und Prozesse mit denselben sind.

Es ist ihre unmittelbare,
noch nicht gesetzte (welches Setzen der chemische Prozeß ist)
Besonderung,
wonach sie noch nicht in die Individualität zurückgeführt,
nur Verhältnisse zu jenen Elementen,
nicht die reale Totalität des Prozesses, sind.

Ihre Unterscheidung gegeneinander ist die ihrer Elemente,
deren logische Bestimmtheit
in ihrer Sphäre aufgezeigt worden.(§ 282 ff.)

 

a. Verhältnis zum Licht

§ 317
In der gestalteten Körperlichkeit
ist die erste Bestimmung ihre mit sich identische Selbstischkeit,
die abstrakte Selbstmanifestation ihrer als unbestimmter,
einfacher Individualität,
- das Licht.

Aber die Gestalt leuchtet als solche nicht,
sondern diese Eigenschaft ist (vorh. §) ein Verhältnis zum Lichte;
1. Der Körper ist als reiner Kristall
in der vollkommenen Homogeneität
seiner neutral-existierenden inneren Individualisierung
durchsichtig und ein Medium für das Licht.



§ 318
2. Die erste, einfachste Bestimmtheit, die das physische Medium hat,
ist seine spezifische Schwere,
deren Eigentümlichkeit für sich in der Vergleichung,
so auch in Beziehung auf Durchsichtigkeit nur
in der Vergleichung der verschiedenen Dichtigkeit
eines anderen Mediums zur Manifestation kommt.

Was bei der Durchsichtigkeit beider
von dem einen (dem vom Auge entfernteren) in dem anderen
Medium (um die Dar- und Vorstellung zu erleichtern,
mag jenes als Wasser, dieses als Luft genommen werden) wirksam ist,
ist allein die Dichtigkeit, als den Ort qualitativ bestimmend:
das Volumen des Wassers mit dem darin enthaltenen Bilde
wird daher so in der durchsichtigen Luft gesehen,
als ob dasselbe Volumen Luft, in die jenes gesetzt ist,
die größere spezifische Dichtigkeit, die des Wassers hätte,
also in einen um so kleineren Raum kontrahiert wäre,
- sogenannte Brechung.



§ 319
Diese zunächst äußerliche Vergleichung
und das Ineinssetzen verschiedener
die Sichtbarkeit bestimmender Dichtigkeiten,
welche in verschiedenen Medien (Luft, Wasser, dann Glas usf.) existieren,
ist in der Natur der Kristalle eine innerliche Vergleichung.

Diese sind einerseits durchsichtig überhaupt,
andererseits aber besitzen sie in ihrer inneren Individualisierung (Kerngestalt)
eine von der formellen Gleichheit,
der jene allgemeine Durchsichtigkeit angehört, abweichende Form.

Diese ist auch Gestalt als Kerngestalt,
aber ebenso ideelle, subjektive Form,
die wie die spezifische Schwere den Ort bestimmend wirkt
und daher auch die Sichtbarkeit,
als räumliches Manifestieren auf spezifische Weise,
von der ersten abstrakten Durchsichtigkeit verschieden, bestimmt,
- doppelte Strahlenbrechung.



§ 320
3. Dies immaterielle Fürsichsein (Kraft) der Form,
zu innerlichem Dasein fortgehend,
hebt die neutrale Natur der Kristallisation auf,
und es tritt die Bestimmung der immanenten Punktualität,
Sprödigkeit (und dann Kohäsion) ein,
bei noch vollkommener,
aber formeller Durchsichtigkeit (sprödes Glas z. B.).

Dies Moment der Sprödigkeit ist Verschiedenheit
von dem mit sich identischen Manifestieren,
dem Lichte und der Erhellung;
es ist also innerer Beginn oder Prinzip der Verdunkelung,
noch nicht existierendes Finsteres,
aber wirksam als verdunkelnd (sprödes Glas, obgleich vollkommen
durchsichtig, ist die bekannte Bedingung der entoptischen Farben).

Das Verdunkeln bleibt nicht bloß Prinzip,
sondern geht gegen die einfache,
unbestimmte Neutralität der Gestalt außer den äußerlich
und quantitativ bewirkten Trübungen und geringeren Durchsichtigkeiten
fort zum abstrakten einseitigen Extreme der Gediegenheit,
der passiven Kohäsion (Metallität).

So gibt dann ein auch für sich existierendes Finsteres
und für sich vorhandenes Helles,
vermittels der Durchsichtigkeit zugleich in konkrete
und individualisierte Einheit gesetzt,
die Erscheinung der Farbe.

 

ß. Der Unterschied an der besonderten Körperlichkeit

§ 321
Das Prinzip des einen Gliedes des Unterschiedes (das Fürsichsein)
ist das Feuer (§ 283 ),
aber noch nicht als realer chemischer Prozeß (§ 316),
auch nicht mehr die mechanische Sprödigkeit,
sondern in der physischen Besonderheit, Brennlichkeit an sich,
welche zugleich different nach außen das Verhältnis
zum Negativen in elementarischer Allgemeinheit,
zu der Luft, dem unscheinbar Verzehrenden (§ 282),
der Prozeß derselben am Körperlichen ist;
die spezifische Individualität als einfacher theoretischer Prozeß,
die unscheinbare Verflüchtigung des Körpers an der Luft
- der Geruch.



§ 322
Das andere Moment des Gegensatzes, die Neutralität (§ 284),
individualisiert sich zur bestimmten physischen
Neutralität der Salzigkeit und deren Bestimmungen, Säure usf.,
- zum Geschmack,
einer Eigenschaft, die zugleich Verhältnis zum Elemente,
zu der abstrakten Neutralität des Wassers bleibt,
in welchem der Körper als nur neutral lösbar ist.

Umgekehrt ist die abstrakte Neutralität,
die in ihm enthalten ist,
von den physischen Bestandteilen seiner konkreten Neutralität
trennbar und als Kristallisationswasser darstellbar,
welches aber im noch unaufgelösten Neutralen
freilich nicht als Wasser existiert. (§ 286 Anm.)

 

y. Die Totalität in der besonderen Individualität;
Elektrizität

§ 323
Die Körper stehen nach ihrer bestimmten Besonderheit
zu den Elementen in Beziehung,
aber als gestaltete Ganze treten sie auch in Verhältnis zueinander,
als physikalische Individualitäten.

Nach ihrer noch nicht in den chemischen Prozeß
eingehenden Besonderheit sind sie Selbständige
und erhalten sich gleichgültig gegeneinander,
ganz im mechanischen Verhältnisse.

Wie sie in diesem ihr Selbst in ideeller Bewegung
als ein Schwingen in sich - als Klang - kundtun,
so zeigen sie nun in physikalischer Spannung
der Besonderheit gegeneinander ihre reelle Selbstischkeit,
die aber zugleich noch von abstrakter Realität ist,
als ihr Licht, aber ein an ihm selbst differentes Licht,
- elektrisches Verhältnis.



§ 324
Die mechanische Berührung setzt die physische Differenz
des einen Körpers in den anderen;
diese Differenz ist,
weil sie zugleich mechanisch selbständig gegeneinander bleiben,
eine entgegengesetzte Spannung.

In diese tritt daher nicht die physische Natur des Körpers
in ihrer konkreten Bestimmtheit ein,
sondern es ist nur als Realität des abstrakten Selbsts,
als Licht, und zwar ein entgegengesetztes,
daß die Individualität sich manifestiert und in den Prozeß schickt.

- Die Aufhebung der Diremtion,
das andere Moment dieses oberflächlichen Prozesses,
hat ein indifferentes Licht zum Produkt,
das als körperlos unmittelbar verschwindet
und außer dieser abstrakten physikalischen Erscheinung
vornehmlich nur die mechanische Wirkung der Erschütterung hat.



§ 325
Die Besonderung des individuellen Körpers
bleibt aber nicht bei der trägen Verschiedenheit und Selbsttätigkeit
der Verschiedenen stehen,
aus welcher die abstrakte reine Selbstischkeit, das Lichtprinzip,
zum Prozeß, zu Spannung Entgegengesetzter und Aufheben derselben
in ihrer Indifferenz heraustritt.

Da die besonderen Eigenschaften
nur die Realität dieses einfachen Begriffes,
der Leib ihrer Seele, des Lichtes, sind
und der Komplex der Eigenschaften, der besondere Körper,
nicht wahrhaft selbständig ist,
so geht die ganze Körperlichkeit in die Spannung und in den Prozeß ein,
welcher zugleich das Werden des individuellen Körpers ist.

Die Gestalt, welche zunächst nur aus dem Begriffe hervorging,
somit nur an sich gesetzt war,
geht nun auch aus dem existierenden Prozesse hervor
und stellt sich als das aus der Existenz Gesetzte dar,
- der chemische Prozeß.

 

c. Der chemische Prozeß

§ 326
Die Individualität in ihrer entwickelten Totalität ist,
daß ihre Momente so bestimmt sind,
selbst individuelle Totalitäten,
ganze besondere Körper zu sein,
die zugleich nur als different gegeneinander in Beziehung sind.

Diese Beziehung als die Identität nicht identischer,
selbständiger Körper ist der Widerspruch,
- somit wesentlich Prozeß,
der dem Begriffe gemäß die Bestimmung hat,
das Unterschiedene identisch zu setzen, es zu indifferenzieren,
und das Identische zu differenzieren,
es zu begeisten und zu scheiden.



§ 327
Zunächst ist der formale Prozeß zu beseitigen,
der eine Verbindung bloß Verschiedener, nicht Entgegengesetzter ist.

Sie bedürfen keines existierenden Dritten,
in welchem sie als ihrer Mitte an sich eines wären;
das Gemeinschaftliche oder ihre Gattung
macht schon die Bestimmtheit ihrer Existenz zueinander aus;
ihre Verbindung oder Scheidung hat die Weise der Unmittelbarkeit,
und Eigenschaften ihrer Existenz erhalten sich.

Solche Verbindungen chemisch gegeneinander
unbegeisteter Körper sind die Amalgamation
und sonstiges Zusammenschmelzen von Metallen,
Vermischung von Säuren miteinander und derselben,
des Alkohols usf. mit Wasser und dergleichen mehr.



§ 328
Der reale Prozeß aber bezieht sich zugleich auf die chemische Differenz (§ 200 ff.),
indem zugleich die ganze konkrete Totalität des Körpers in ihn eingeht ( § 325 ).

- Die Körper, die in den realen Prozeß eintreten,
sind in einem Dritten, von ihnen Verschiedenen, vermittelt,
welches die abstrakte, nur erst an sich seiende Einheit jener Extreme ist,
die durch den Prozeß in die Existenz gesetzt wird.

Dieses Dritte sind daher nur Elemente,
und zwar selbst verschieden als [solche] teils des Vereinens,
die Neutralität überhaupt, das Wasser,
teils des Differenzierens und Scheidens, die Luft.

Indem in der Natur die unterschiedenen Begriffsmomente
auch in besonderer Existenz sich herausstellen,
so ist auch das Scheiden und Neutralisieren des Prozesses
 jedes an ihm ebenso ein Gedoppeltes,
nach der konkreten und nach der abstrakten Seite.

Das Scheiden ist einmal Zerlegen der neutralen Körperlichkeit
in körperliche Bestandteile,
das andere Mal Differenzieren
der abstrakten physischen Elemente in die vier
hiermit noch abstrakteren chemischen Momente des Stickstoffs,
Sauerstoffs, Wasserstoffs und Kohlenstoffs,
welche zusammen die Totalität des Begriffs ausmachen
und nach dessen Momenten bestimmt sind.

Hiernach haben die chemischen Elemente
1. die Abstraktion der Indifferenz,
der Stickstoff, und
2. die beiden [Abstraktion] des Gegensatzes,
der für sich seienden Differenz,
der Sauerstoff, das Brennende,
und der dem Gegensatze angehörigen Indifferenz,
der Wasserstoff, das Brennbare,
3. die Abstraktion ihres individuellen Elements,
der Kohlenstoff.


Ebenso ist das Vereinen das eine Mal
Neutralisieren konkreter Körperlichkeiten,
das andere Mal jener abstrakten chemischen Elemente.

So sehr ferner die konkrete und die abstrakte Bestimmung
des Prozesses verschieden ist,
so sehr sind beide zugleich vereinigt,
denn die physischen Elemente sind als die Mitte der Extreme das,
aus dessen Differenzen die gleichgültigen konkreten Körperlichkeiten
begeistet werden,
d. i. die Existenz ihrer chemischen Differenz erlangen,
die zur Neutralisierung dringt und in sie übergeht.



§ 329
Der Prozeß ist zwar abstrakt dies,
die Identität des Urteilens und des Ineinssetzens
der durchs Urteil Unterschiedenen zu sein,
und als Verlauf ist er in sich zurückkehrende Totalität.

Aber seine Endlichkeit ist,
daß seinen Momenten auch die körperliche Selbständigkeit zukommt;
sie enthält damit dies,
daß er unmittelbare Körperlichkeiten zu seiner Voraussetzung hat,
welche jedoch ebensosehr nur seine Produkte sind.

Nach dieser Unmittelbarkeit erscheinen sie als außerhalb
des Prozesses bestehend,
und dieser als an sie tretend.

Ferner fallen deswegen die Momente des Verlaufs
des Prozesses selbst als unmittelbar und verschieden auseinander,
und der Verlauf als reale Totalität wird ein Kreis besonderer Prozesse,
deren jeder den anderen zur Voraussetzung hat,
aber für sich seinen Anfang von außen nimmt
und in seinem besonderen Produkt erlischt,
ohne sich aus sich in den Prozeß,
der das weitere Moment der Totalität ist,
fortzusetzen und immanent darein überzugehen.

Der Körper kommt in einem dieser Prozesse als Bedingung,
in einem anderen als Produkt vor;
und in welchem besonderen Prozesse er diese Stellung hat,
macht seine chemische Eigentümlichkeit aus;
auf diese Stellungen in den besonderen Prozessen kann sich
allein eine Einteilung der Körper gründen.


Die zwei Seiten des Verlaufs sind
1. vom indifferenten Körper aus durch seine Begeistung zur Neutralität, und
2. von dieser Vereinung zurück zur Scheidung in indifferente Körper.

 

a. Vereinung

§ 330
1. Galvanismus

Den Anfang des Prozesses und damit den ersten besonderen Prozeß
macht die der Form nach unmittelbare, indifferente Körperlichkeit,
welche die unterschiedenen Eigenschaften noch unentwickelt
in die einfache Bestimmung der spezifischen Schwere
zusammen geeint hält,
die Metallität.

Die Metalle, nur verschieden, nicht begeistet gegeneinander,
sind Erreger des Prozesses dadurch,
daß sie durch jene gediegene Einheit (an sich seiende Flüssigkeit,
Wärme-Elektrizitäts-Leitungsfähigkeit) ihre immanente Bestimmtheit
und Differenz einander mitteilen;
als selbständig zugleich treten sie damit in Spannung gegeneinander,
welche so noch elektrisch ist.

Aber an dem neutralen,
somit trennbaren Medium des Wassers in Verbindung
mit der Luft kann die Differenz sich realisieren.

Durch die Neutralität,
somit aufgeschlossene Differenzierbarkeit des (reinen oder durch Salz usf.
zur konkreteren Wirkungsfähigkeit erhobenen )
Wassers tritt eine reelle (nicht bloß elektrische)
Tätigkeit des Metalles und seiner gespannten Differenz
zum Wasser ein;
damit geht der elektrische Prozeß in den chemischen über.

Seine Produktion ist Oxydierung überhaupt und Desoxydierung
oder Hydrogenation des Metalls (wenn sie so weit geht),
wenigstens Entwicklung von Hydrogengas, wie gleichfalls von Oxygengas,
d. i. ein Setzen der Differenzen, in welche das Neutrale dirimiert worden,
auch in abstrakter Existenz für sich (§ 328),
wie zugleich im Oxyd (oder Hydrat) ihre Vereinung
mit der Base zur Existenz kommt;
- die zweite Art der Körperlichkeit.



§ 331
2 . Feuerprozeß

Die im vorigen Prozesse nur an sich in der differenten Bestimmtheit
der in Beziehung gebrachten Metalle seiende Tätigkeit
für sich als existierend gesetzt,
ist das Feuer,
wodurch das an sich Verbrennliche (wie Schwefel)
- die dritte Art der Körperlichkeit - befeuert,
überhaupt das in noch gleichgültiger,
abgestumpfter Differenz (wie in Neutralität) Befindliche
zu der chemischen Entgegensetzung der Säure
und des (kaustischen) Kalischen begeistet sind,
- nicht sowohl einer eigenen Art von reeller Körperlichkeit,
indem sie nicht für sich existieren können,
als nur des Gesetztseins der körperlichen Momente dritter Form.



§ 332
3. Neutralisation, Wasserprozeß

Das so Differente ist seinem Anderen schlechthin entgegengesetzt,
und dies ist seine Qualität,
so daß es wesentlich nur ist in seiner Beziehung auf dies Andere,
seine Körperlichkeit in selbständiger getrennter Existenz
daher nur ein gewaltsamer Zustand,
und es in seiner Einseitigkeit an ihm selbst der Prozeß (wenn auch nur mit der Luft,
an der sich Säure und kaustisches Kali abstumpfen,
d. i. zur formellen Neutralität reduzieren) ist,
sich mit dem Negativen seiner identisch zu setzen.

Das Produkt ist das konkrete Neutrale, Salz,
- der vierte, und zwar als realer Körper.



§ 333
4. Der Prozeß in seiner Totalität

Diese neutralen Körper, wieder in Beziehung zueinander tretend,
bilden den vollständig realen chemischen Prozeß,
da er zu seinen Seiten solche realen Körper hat.

Zu ihrer Vermittlung bedürfen sie des Wassers
als des abstrakten Mediums der Neutralität.

Aber beide als neutral für sich
sind in keiner Differenz gegeneinander.

Es tritt hier die Partikularisation der allgemeinen Neutralität
und damit ebenso die Besonderung der Differenzen
der chemisch-begeisteten Körper gegeneinander ein,
die sogenannte Wahlverwandtschaft
- Bildung anderer besonderer Neutralitäten durch Trennung vorhandener.

 

ß. Scheidung

§ 334
In der Auflösung des Neutralen beginnt der Rückgang zu
den besonderen chemischen bis zu den indifferenten Körpern
durch eine Reihe einerseits eigentümlicher Prozesse,
andererseits aber ist überhaupt jede solche Scheidung selbst
untrennbar mit einer Vereinigung verknüpft,
und ebenso enthalten die Prozesse,
welche als dem Gange der Vereinigung angehörig angegeben worden,
unmittelbar zugleich das andere Moment der Scheidung.

Für die eigentümliche Stelle,
welche jede besondere Form des Prozesses einnimmt,
und damit für das Spezifische unter den Produkten,
sind die Prozesse von konkreten Agentien
und ebenso in den konkreten Produkten zu betrachten.

Abstrakte Prozesse, wo die Agentien abstrakt sind
(z. B. bloßes Wasser in Wirkung auf Metall, oder vollends Gase usf.),
enthalten an sich wohl die Totalität des Prozesses,
aber stellen seine Momente nicht in explizierter Weise dar.



§ 335
Der chemische Prozeß ist zwar im allgemeinen das Leben;
der individuelle Körper wird ebenso in seiner Unmittelbarkeit
aufgehoben als hervorgebracht,
somit bleibt der Begriff nicht mehr innere Notwendigkeit,
sondern kommt zur Erscheinung.

Es ist aber durch die Unmittelbarkeit der Körperlichkeiten,
die in den chemischen Prozeß eingehen,
daß er mit der Trennung überhaupt behaftet ist;
dadurch erscheinen seine Momente als äußerliche Bedingungen,
das sich Scheidende zerfällt in gegeneinander gleichgültige Produkte,
das Feuer und die Begeistung erlischt im Neutralen
und facht sich in diesem nicht von selbst wieder an;
der Anfang und das Ende des Prozesses sind voneinander verschieden;
- dies macht seine Endlichkeit aus, welche ihn vom Leben abhält und unterscheidet.



§ 336
Es ist aber der chemische Prozeß selbst dies,
jene unmittelbaren Voraussetzungen,
die Grundlage seiner Äußerlichkeit und Endlichkeit, als negierte zu setzen,
die Eigenschaften der Körper,
die als Resultate einer besonderen Stufe des Prozesses erscheinen,
auf einer anderen zu verändern
und jene Bedingungen zu Produkten herabzusetzen.

Was in ihm so im allgemeinen gesetzt wird,
ist die Relativität der unmittelbaren Substanzen und Eigenschaften.

Das gleichgültigbestehende Körperliche ist dadurch
nur als Moment der Individualität gesetzt,
und der Begriff in der ihm entsprechenden Realität;
die in einem, aus der Besonderung der unterschiedenen Körperlichkeiten
sich hervorbringende konkrete Einheit mit sich,
welche die Tätigkeit ist,
diese ihre einseitige Form der Beziehung auf sich zu negieren,
sich in die Momente des Begriffs zu dirimieren
und zu besondern und ebenso in jene Einheit zurückzuführen,
- so der unendliche sich selbst anfachende und unterhaltende Prozeß,
- der Organismus.


 

Dritte Abteilung der Naturphilosophie

Organische Physik


§ 337
Die reelle Totalität des Körpers,
als der unendliche Prozeß,
daß die Individualität sich zur Besonderheit oder Endlichkeit bestimmt
und dieselbe ebenso negiert und in sich zurückkehrt,
im Ende des Prozesses sich zum Anfange wiederherstellt,
ist damit eine Erhebung in die erste Idealität der Natur,
so daß sie aber eine erfüllte und wesentlich,
als sich auf sich beziehende negative Einheit,
selbstische und subjektive geworden ist.

Die Idee ist hiermit zur Existenz gekommen,
zunächst zur unmittelbaren, zum Leben.

Dieses ist
A. als Gestalt, das allgemeine Bild des Lebens, der geologische Organismus;
B. als besondere, formelle Subjektivität, der vegetabilische;
C. als einzelne konkrete Subjektivität, der animalische Organismus.

Die Idee hat Wahrheit und Wirklichkeit nur,
insofern sie an ihr als subjektive ist (§ 215 );
das Leben als nur unmittelbare Idee ist hiermit außer sich,
Nicht-Leben, nur der Leichnam des Lebensprozesses,
der Organismus als Totalität der als unlebendig existierenden,
mechanischen und physikalischen Natur.


Unterschieden davon beginnt die subjektive Lebendigkeit,
das Lebendige in der vegetabilischen Natur;
das Individuum,
aber noch als außersichseiend in seine Glieder,
die selbst Individuen sind, zerfallend.


Erst der animalische Organismus
ist in solche Unterschiede der Gestaltung entwickelt,
die wesentlich nur als seine Glieder existieren,
wodurch er als Subjekt ist.

Die Lebendigkeit als natürliche zerfällt zwar in die unbestimmte Vielheit von Lebendigen,
die aber an ihnen selbst subjektive Organismen sind,
und es ist nur in der Idee,
daß sie ein Leben, ein organisches System desselben sind.


 

A Die geologische Natur


§ 338
Der erste Organismus, schon insofern er zunächst
als unmittelbarer oder an sich seiender bestimmt ist,
existiert nicht als Lebendiges;
das Leben ist als Subjekt und Prozeß
wesentlich sich mit sich vermittelnde Tätigkeit.

Vom subjektiven Leben aus betrachtet,
ist das erste Moment der Besonderung,
sich zu seiner Voraussetzung zu machen,
sich so die Weise der Unmittelbarkeit zu geben
und in ihr seine Bedingung und sein äußeres Bestehen gegenüberzustellen.

Die Erinnerung der Naturidee in sich zur subjektiven
und noch mehr zur geistigen Lebendigkeit
ist das Urteil in sich und jene prozeßlose Unmittelbarkeit.

Diese von der subjektiven Totalität sich vorausgesetzte,
unmittelbare Totalität ist nur die Gestalt des Organismus,
- der Erdkörper als das allgemeine System der individuellen Körper.



§ 339
Die Glieder dieses nur an sich seienden Organismus
enthalten daher nicht den Lebensprozeß in sich selbst
und machen ein äußerliches System aus,
dessen Gebilde die Entfaltung einer zum Grunde liegenden Idee darstellen,
dessen Bildungsprozeß aber ein vergangener ist.

- Die Mächte dieses Prozesses,
welche die Natur jenseits der Erde als Selbständigkeiten zurückläßt,
sind der Zusammenhang und die Stellung der Erde im Sonnensystem,
ihr solarisches, lunarisches und kometarisches Leben,
die Neigung ihrer Achse auf die Bahn
und die magnetische Achse.

Zu diesen Achsen und deren Polarisation
steht in näherer Beziehung die Verteilung des Meers und des Landes,
dessen zusammenhängende Ausbreitung im Norden,
die Teilung und zugespitzte Verengerung der Teile gegen Süden,
die weitere Absonderung in eine alte
und in eine neue Welt und die fernere Verteilung von jener
in die durch ihren physikalischen, organischen und anthropologischen Charakter
untereinander und gegen die neue Welt verschiedenen Weltteile,
an welche sich ein noch jüngerer und unreifer anschließt;
- die Gebirgszüge usf.



§ 340
Die physikalische Organisierung beginnt als unmittelbar nicht mit der einfachen,
eingehüllten Form des Keimes,
sondern mit einem Ausgang, der in einen gedoppelten zerfallen ist,
in das konkrete granitische Prinzip,
den die Dreiheit der Momente in sich schon entwickelt darstellenden Gebirgskern,
und in das Kalkige, den zur Neutralität reduzierten Unterschied.

Die Herausbildung der Momente des ersteren Prinzips zu Gestaltungen
hat einen Stufengang,
in welchem die weiteren Gebilde teils Übergänge sind,
in denen das granitische Prinzip die Grundlage,
nur als in sich ungleiche und unförmliche, bleibt;
teils ein Auseinandertreten seiner Momente in bestimmtere Differenz
und in abstraktere mineralische Momente,
die Metalle und die oryktognostischen Gegenstände überhaupt,
bis die Entwicklung sich in mechanischen Lagerungen
und immanenter Gestaltung entbehrenden Aufschwemmungen verliert.

Hiermit geht die Fortbildung des anderen,
des neutralen Prinzips teils als schwächere Umbildung zur Seite,
teils greifen dann beide Prinzipien in konkreszierenden Bildungen
bis zur äußeren Vermischung ineinander ein.



§ 341
Dieser Kristall des Lebens, der totliegende Organismus der Erde,
der seinen Begriff im siderischen Zusammenhang außer sich,
seinen eigentümlichen Prozeß aber als eine vorausgesetzte Vergangenheit hat,
ist das unmittelbare Subjekt des meteorologischen Prozesses,
durch welchen es, als die an sich seiende Totalität des Lebens,
nicht mehr nur zur individuellen Gestaltung (s. § 287),
sondern zur Lebendigkeit befruchtet wird.

- Land und insbesondere das Meer, so als reale Möglichkeit des Lebens,
schlägt unendlich auf jedem Punkte in punktuelle
und vorübergehende Lebendigkeit aus;
- Flechten, Infusorien,
unermeßliche Mengen phosphoreszierender Lebenspunkte im Meere.

Die generatio aequivoca ist aber,
als jenen objektiven Organismus außer ihr habend,
eben dies, auf solches punktuelle,
nicht sich in sich zur bestimmten Gliederung entwickelnde,
noch sich selbst reproduzierende (ex ovo) Organisieren beschränkt zu sein.



§ 342
Diese Trennung des allgemeinen, sich äußerlichen Organismus
und dieser nur punktuellen, vorübergehenden Subjektivität
hebt sich vermöge der an sich seienden Identität
ihres Begriffs zur Existenz dieser Identität,
zum belebten Organismus,
der an ihr selbst sich gliedernden Subjektivität auf,
welche den nur an sich seienden Organismus,
die physische allgemeine und individuelle Natur von sich ausschließt
und ihr gegenübertritt,
aber zugleich an diesen Mächten die Bedingung ihrer Existenz,
die Erregung wie das Material ihres Prozesses, hat.


 

B Die vegetabilische Natur


§ 343
Die Subjektivität, nach welcher das Organische als Einzelnes ist,
entwickelt sich in einen objektiven Organismus,
die Gestalt,
als einen sich in Teile, die voneinander unterschieden sind,
gliedernden Leib.

In der Pflanze,
der nur erst unmittelbaren subjektiven Lebendigkeit,
ist der objektive Organismus und die Subjektivität desselben
noch unmittelbar identisch,
wodurch der Prozeß der Gliederung
und der Selbsterhaltung des vegetabilischen Subjekts
ein Außersichkommen und Zerfallen in mehrere Individuen ist,
für welche das eine ganze Individuum
mehr nur der Boden als subjektive Einheit von Gliedern ist;
der Teil - die Knospe, Zweig usf. -
ist auch die ganze Pflanze.

Ferner ist deswegen die Differenz der organischen Teile
nur eine oberflächliche Metamorphose,
und der eine kann leicht in die Funktion des anderen übergehen.



§ 344
Der Prozeß der Gestaltung und der Reproduktion des einzelnen Individuums
fällt auf diese Weise mit dem Gattungsprozesse zusammen
und ist ein perennierendes Produzieren neuer Individuen.

Die selbstische Allgemeinheit,
das subjektive Eins der Individualität trennt sich nicht von der reellen Besonderung,
sondern ist in sie nur versenkt.

Die Pflanze, als gegen ihren an sich seienden Organismus (§ 342)
noch nicht für sich seiende Subjektivität,
determiniert weder aus sich sich ihren Ort,
hat keine Bewegung vom Platze,
noch ist sie für sich gegen die physikalische Besonderung
und Individualisierung desselben,
hat daher keine sich unterbrechende Intussuszeption,
sondern eine kontinuierlich strömende Ernährung
und verhält sich nicht zu individualisiertem Unorganischen,
sondern zu den allgemeinen Elementen.

Animalischer Wärme und des Gefühls ist sie noch weniger fähig,
da sie nicht der Prozeß ist,
ihre Glieder, die mehr nur Teile und selbst Individuen sind,
zur negativen, einfachen Einheit zurückzuführen.



§ 345
Als Organisches gliedert sich aber die Pflanze wesentlich auch
in eine Unterschiedenheit von abstrakten (Zellen, Fasern und dergleichen)
und von konkreteren Gebilden,
die jedoch in ihrer ursprünglichen Homogeneität bleiben.

Die Gestalt der Pflanze,
aus der Individualität noch nicht zur Subjektivität befreit,
bleibt auch den geometrischen Formen
und kristallinischer Regelmäßigkeit nahe,
wie die Produkte ihres Prozesses den chemischen noch näherstehen.



§ 346
Der Prozeß, welcher die Lebendigkeit ist,
muß ebensosehr, als er einer ist,
in die Dreiheit der Prozesse sich auseinandertun (§ 217-220).

 a) Der Gestaltungsprozeß,
der innere Prozeß der Beziehung der Pflanze auf sich selbst
ist nach der einfachen Natur des Vegetativen
selbst sogleich Beziehung auf Äußeres und Entäußerung.

Einerseits ist er der substantielle, die unmittelbare Verwandlung
teils der Ernährungszuflüsse in die spezifische Natur der Pflanzenart,
teils der innerlich umgebildeten Flüssigkeit (des Lebenssaftes) in Gebilde.

Andererseits als Vermittlung mit sich selbst
a) beginnt der Prozeß mit der zugleich nach außen gerichteten Diremtion
in Wurzel und Blatt und der inneren abstrakten
des allgemeinen Zellgewebes in die Holzfaser und in die Lebensgefäße,
deren jene gleichfalls nach außen sich beziehen,
diese den inneren Kreislauf enthalten.

Die hierin sich mit sich selbst vermittelnde Erhaltung ist
ß) Wachstum als Produktion neuer Bildungen,
Diremtion in die abstrakte Beziehung auf sich selbst,
in die Verhärtung des Holzes (bis zur Versteinerung im Tabascher u. dgl.)
und der andern Teile, und in die Rinde (das dauernde Blatt).

y) Das Zusammennehmen der Selbsterhaltung in die Einheit
ist nicht ein Zusammenschließen des Individuums mit sich selbst,
sondern die Produktion eines neuen Pflanzenindividuums,
der Knospe.



§ 347
b) Der Gestaltungsprozeß ist unmittelbar mit dem zweiten,
dem nach außen sich spezifizierenden Prozesse verknüpft.

Der Same keimt nur von außen erregt,
und die Diremtion des Gestaltens in Wurzel und Blatt
ist selbst Diremtion in die Richtung nach Erde und Wasser
und in die nach Licht und Luft,
in die Einsaugung des Wassers und in die durch Blatt und Rinde
wie durch Licht und Luft vermittelte Assimilation desselben.

Die Rückkehr-in-sich, in welcher die Assimilation sich beschließt,
hat das Selbst nicht in innerer subjektiver Allgemeinheit gegen die Äußerlichkeit,
nicht ein Selbstgefühl zum Resultate.

Die Pflanze wird vielmehr von dem Licht,
als ihrem ihr äußerlichen Selbst, hinausgerissen,
rankt demselben entgegen,
sich zur Vielheit von Individuen verzweigend.

In sich nimmt sie sich aus ihm die spezifische Befeuerung und Bekräftigung,
die Gewürzhaftigkeit, Geistigkeit des Geruchs, des Geschmacks,
Glanz und Tiefe der Farbe, Gedrungenheit und Kräftigkeit der Gestalt.



§ 348
c) Die Pflanze gebiert aber auch ihr Licht aus sich als ihr eigenes Selbst,
in der Blüte,
in welcher zunächst die neutrale, grüne Farbe
zu einer spezifischen bestimmt wird.

Der Gattungsprozeß,
als das Verhältnis des individuellen Selbsts zum Selbst,
hemmt als Rückkehr-in-sich das Wachstum
als das für sich ungemessene Hinaussprossen von Knospe zu Knospe.

Die Pflanze bringt es aber nicht zum Verhältnis der Individuen als solcher,
sondern nur zu einem Unterschiede,
dessen Seiten nicht zugleich an ihnen die ganzen Individuen sind,
nicht die ganze Individualität determinieren,
der hiermit auch zu mehr nicht als zu einem Beginn und Andeutung
des Gattungsprozesses kommt.

Der Keim ist hier für das eine und dasselbe Individuum anzusehen,
dessen Lebendigkeit diesen Prozeß durchläuft
und durch Rückkehr-in-sich ebenso sich erhalten hat,
als zur Reife eines Samens gediehen ist;
dieser Verlauf ist aber im ganzen ein Überfluß,
da der Gestaltungs- und der Assimilationsprozeß
schon selbst Reproduktion, Produktion neuer Individuen ist.



§ 349
Was aber im Begriffe gesetzt worden, ist,
daß der Prozeß die mit sich selbst zusammengegangene Individualität darstellt
und die Teile, die zunächst als Individuen sind,
auch als der Vermittlung angehörige
und in ihr vorübergehende Momente, somit die unmittelbare Einzelheit
und das Außereinander des vegetabilischen Lebens als aufgehoben zeigt.

Dies Moment der negativen Bestimmung
begründet den Übergang in den wahrhaften Organismus,
worin die äußere Gestaltung mit dem Begriffe übereinstimmt,
daß die Teile wesentlich Glieder
und die Subjektivität als die durchdringende eine des Ganzen existiert.

 


C Der tierische Organismus


§ 350
Die organische Individualität existiert als Subjektivität,
insofern die eigene Äußerlichkeit der Gestalt zu Gliedern idealisiert ist,
der Organismus in seinem Prozesse nach außen
die selbstische Einheit in sich erhält.

Dies ist die animalische Natur,
welche in der Wirklichkeit und Äußerlichkeit der unmittelbaren Einzelheit
ebenso dagegen in sich reflektiertes Selbst der Einzelheit,
in sich seiende subjektive Allgemeinheit (§ 163) ist.



§ 351
Das Tier hat zufällige Selbstbewegung,
weil seine Subjektivität,
wie das Licht die der Schwere entrissene Idealität,
eine freie Zeit ist,
die, als der reellen Äußerlichkeit entnommen,
sich nach innerem Zufall aus sich selbst zum Orte bestimmt.

Damit verbunden ist, daß das Tier Stimme hat,
indem seine Subjektivität als wirkliche Idealität (Seele)
die Herrschaft über die abstrakte Idealität von Zeit und Raum ist
und seine Selbstbewegung als ein freies Erzittern in sich selbst darstellt;
- es hat animalische Wärme,
als fortdauernden Auflösungsprozeß der Kohäsion
und des selbständigen Bestehens der Teile in der fortdauernden Erhaltung der Gestalt,
- ferner unterbrochene Intussuszeption,
als sich individualisierendes Verhalten zu einer individuellen unorganischen Natur,
- vornehmlich aber Gefühl,
als die in der Bestimmtheit sich unmittelbar allgemeine,
einfach bei sich bleibende und erhaltende Individualität:
die existierende Idealität des Bestimmtseins.



§ 352
Der tierische Organismus ist als lebendige Allgemeinheit der Begriff,
welcher sich durch seine drei Bestimmungen als Schlüsse verläuft,
deren jeder an sich dieselbe Totalität der substantiellen Einheit
und zugleich nach der Formbestimmung das Übergehen in die anderen ist,
so daß aus diesem Prozesse sich die Totalität als existierend resultiert;
nur als dieses sich Reproduzierende, nicht als Seiendes,
ist und erhält sich das Lebendige;
es ist nur, indem es sich zu dem macht, was es ist;
es ist vorausgehender Zweck, der selbst nur das Resultat ist.

- Der Organismus ist daher zu betrachten
a) als die individuelle Idee,
die in ihrem Prozesse sich nur auf sich selbst bezieht
und innerhalb ihrer selbst sich mit sich zusammenschließt,
- die Gestalt;
b) als Idee, die sich zu ihrem Anderen,
ihrer unorganischen Natur verhält und sie ideell in sich setzt,
- die Assimilation;
c) die Idee,
als sich zum Anderen, das selbst lebendiges Individuum ist,
und damit im Anderen zu sich selbst verhaltend,
- Gattungsprozeß.

 

a. Die Gestalt


§ 353
Gestalt ist das animalische Subjekt als ein Ganzes
nur in Beziehung auf sich selbst.

Es stellt an ihm den Begriff in seinen entwickelten
und in ihm existierenden Bestimmungen dar.

Diese sind, obgleich in sich als in der Subjektivität konkret,
a) als dessen einfache Elemente.

Das animalische Subjekt ist daher
1. sein einfaches, allgemeines Insichsein in seiner Äußerlichkeit,
wodurch die wirkliche Bestimmtheit
unmittelbar als Besonderheit in das Allgemeine aufgenommen
und dieses in ihr ungetrennte Identität des Subjekts mit sich selbst ist,
- Sensibilität;
2. Besonderheit als Reizbarkeit von außen
und aus dem aufnehmenden Subjekte kommende Rückwirkung dagegen nach außen,
- Irritabilität;
3. die Einheit dieser Momente,
die negative Rückkehr zu sich selbst aus dem Verhältnisse der Äußerlichkeit
und dadurch Erzeugung und Setzen seiner als eines Einzelnen,
- Reproduktion;
die Realität und Grundlage der ersteren Momente.



§ 354
Diese drei Momente des Begriffs sind
ß) nicht nur an sich konkrete Elemente,
sondern haben ihre Realität in drei Systemen,
dem Nerven-, Blut- und Verdauungssystem,
deren jedes als Totalität sich nach denselben Begriffsbestimmungen
in sich unterscheidet.

1. Das System der Sensibilität bestimmt sich so
aa) zu dem Extreme der abstrakten Beziehung ihrer selbst auf sich selbst,
die hiermit ein Übergehen in die Unmittelbarkeit,
in das unorganische Sein und in Empfindungslosigkeit,
aber nicht ein darein Übergegangensein ist,
- das Knochensystem,
das gegen das Innere zu Umhüllung,
nach außen der feste Halt des Innern gegen das Äußere ist;
ßß) zu dem Moment der Irritabilität,
dem Systeme des Gehirns und dessen weiterem Auseinandergehen in den Nerven,
die ebenso nach innen Nerven der Empfindung,
nach außen des Bewegens sind;
yy) zu dem der Reproduktion angehörenden System,
dem sympathetischen Nerv mit den Ganglien,
worein nur dumpfes, unbestimmtes und willenloses Selbstgefühl fällt.

2. Die Irritabilität ist ebensosehr Reizbarkeit durch Anderes
und Rückwirkung der Selbsterhaltung dagegen
als umgekehrt aktives Selbsterhalten und darin sich Anderem Preisgeben.

Ihr System ist
aa) abstrakte (sensible) Irritabilität,
die einfache Veränderung der Rezeptivität in Reaktivität,
- Muskel überhaupt;
welcher, an dem Knochengerüste den äußerlichen Halt
(unmittelbare Beziehung auf sich für seine Entzweiung) gewinnend,
sich zum Streck- und Beugemuskel zunächst differenziert
und dann ferner zum eigentümlichen Systeme der Extremitäten ausbildet.

ßß) Die Irritabilität,
für sich und different gegen andere sich konkret auf sich beziehend
und sich in sich haltend,
ist die Aktivität in sich, Pulsieren, lebendige Selbstbewegung,
deren Materielles nur eine Flüssigkeit, das lebendige Blut,
- und die nur Kreislauf sein kann,
welcher zunächst zur Besonderheit, von der er herkommt, spezifiziert,
an ihm selbst ein gedoppelter und hierin zugleich nach außen gerichteter ist,
- als Lungen- und Pfortadersystem,
in deren jenem das Blut sich in sich selbst,
in diesem anderen gegen Anderes befeuert.

yy) Das Pulsieren als irritable sich mit sich zusammenschließende Totalität
ist der von ihrem Mittelpunkte, dem Herzen,
aus in der Differenz der Arterien und Venen in sich zurückkehrende Kreislauf,
der ebenso immanenter Prozeß
als ein allgemeines Preisgeben an die Reproduktion der übrigen Glieder,
daß sie aus dem Blute sich ihre Nahrung nehmen, ist.

3. Das Verdauungssystem ist als Drüsensystem mit Haut und Zellgewebe die unmittelbare,
vegetative, in dem eigentlichen Systeme der Eingeweide
aber die vermittelnde Reproduktion.



§ 355
y) Aber für die Gestalt vereinigen sich die Unterschiede der Elemente
und deren Systeme ebensowohl zu allgemeiner konkreter Durchdringung,
so daß jedes Gebilde der Gestalt sie an ihm verknüpft enthält,
als sie selbst sich
1. in die Centra von den drei Systemen abteilt (insectum),
Kopf, Brust und Unterleib,
wozu die Extremitäten zur mechanischen Bewegung
und Ergreifung das Moment der sich nach
außen unterschieden setzenden Einzelheit ausmachen.

2. Die Gestalt unterscheidet sich nach der abstrakten Differenz
in die zwei Richtungen, nach innen und nach außen.

Jeder [Gestalt] ist aus jedem der Systeme die eine nach innen,
die andere nach außen gehende Seite zugeteilt,
wovon diese als die differente
an ihr selbst diese Differenz durch die symmetrische Zweiheit ihrer Organe
und Glieder darstellt (Bichats >>vie organique et animale«).

3. Das Ganze als zum selbständigen Individuum vollendete Gestalt
ist in dieser sich auf sich beziehenden Allgemeinheit
zugleich an ihr besondert zum Geschlechtsverhältnisse,
zu einem Verhältnisse mit einem anderen Individuum nach außen gekehrt.

Die Gestalt weist an ihr, indem sie beschlossen in sich ist,
auf ihre beiden Richtungen nach außen hin.



§ 356
d. Sie [die Gestalt] ist als lebendig wesentlich Prozeß,
und zwar ist sie als solche der abstrakte,
der Gestaltungsprozeß innerhalb ihrer selbst,
in welchem der Organismus seine eigenen Glieder zu seiner unorganischen Natur,
zu Mitteln macht, aus sich zehrt
und sich, d.i. eben diese Totalität der Gliederung, selbst produziert,
so daß jedes Glied, wechselseitig Zweck und Mittel,
aus den anderen und gegen sie sich erhält;
- der Prozeß, der das einfache unmittelbare Selbstgefühl zum Resultate hat.



b. Die Assimilation


§ 357
Das Selbstgefühl der Einzelnheit ist aber ebenso unmittelbar ausschließend
und gegen eine unorganische Natur
als gegen seine äußerliche Bedingung und Material sich spannend.

Indem
a) die tierische Organisation in dieser äußerlichen Beziehung
unmittelbar in sich reflektiert ist,
so ist dies ideelle Verhalten der theoretische Prozeß,
die Sensibilität als äußerer Prozeß,
und zwar als bestimmtes Gefühl,
welches sich in die Vielsinnigkeit der unorganischen Natur unterscheidet.



§ 358
Die Sinne und die theoretischen Prozesse sind daher
1. der Sinn der mechanischen Sphäre,
- der Schwere, der Kohäsion und ihrer Veränderung, der Wärme,
- das Gefühl als solches;
2. die Sinne des Gegensatzes,
der besonderten Luftigkeit
und der gleichfalls realisierten Neutralität des konkreten Wassers
und der Gegensätze der Auflösung der konkreten Neutralität,
- Geruch und Geschmack.

3 . Der Sinn der Idealität ist ebenfalls ein gedoppelter,
insofern in ihr als abstrakter Beziehung auf sich die Besonderung,
die ihr nicht fehlen kann,
in zwei gleichgültige Bestimmungen auseinanderfällt:
aa) der Sinn der Idealität als Manifestation des Äußerlichen für Äußerliches,
des Lichtes überhaupt
und näher des in der konkreten Äußerlichkeit bestimmt werdenden Lichtes,
der Farbe; und
ßß) der Sinn der Manifestation der Innerlichkeit,
die sich als solche in ihrer Äußerung kundgibt, des Tones;
- Gesicht und Gehör.



§ 359
ß . Der reelle Prozeß oder das praktische Verhältnis zu der unorganischen Natur
beginnt mit der Diremtion in sich selbst,
dem Gefühle der Äußerlichkeit als der Negation des Subjekts,
welches zugleich die positive Beziehung auf sich selbst
und deren Gewißheit gegen diese seine Negation ist,
- mit dem Gefühl des Mangels und dem Trieb, ihn aufzuheben,
an welchem die Bedingung eines Erregtwerdens von außen
und die darin gesetzte Negation des Subjekts in der Weise eines Objekts,
gegen das jenes gespannt ist, erscheint.



§ 360
Das Bedürfnis ist ein bestimmtes
und seine Bestimmtheit ein Moment seines allgemeinen Begriffs,
obschon auf unendlich mannigfaltige Weise partikularisiert.

Der Trieb ist die Tätigkeit, den Mangel solcher Bestimmtheit,
d. i. ihre Form, zunächst nur ein Subjektives zu sein, aufzuheben.

Indem der Inhalt der Bestimmtheit ursprünglich ist,
in der Tätigkeit sich erhält und durch sie nur ausgeführt wird,
ist er Zweck (§ 204),
und der Trieb als nur im Lebendigen ist Instinkt.

Jener formelle Mangel ist die innere Erregung,
deren dem Inhalte nach spezifische Bestimmtheit zugleich
als eine Beziehung des Tieres auf die besonderen Individualisierungen
der Natursphären erscheint.



§ 361
Insofern das Bedürfnis ein Zusammenhang mit dem allgemeinen Mechanismus
und den abstrakten Mächten der Natur ist,
ist der Instinkt nur als innere, nicht einmal sympathetische, Erregung
(wie im Schlafen und Wachen, den klimatischen und anderen Wanderungen usf.).

Aber als Verhältnis des Tiers zu seiner unorganischen, vereinzelten Natur
ist er überhaupt bestimmt,
und nach weiterer Partikularität
ist nur ein beschränkter Umkreis der allgemeinen unorganischen Natur der seinige.

Der Instinkt ist gegen sie ein praktisches Verhalten,
innere Erregung mit dem Scheine einer äußerlichen Erregung verbunden,
und seine Tätigkeit teils formelle
teils reelle Assimilation der unorganischen Natur.



§ 362
Insofern er [der Instinkt] auf formelle Assimilation geht,
bildet er seine Bestimmung in die Äußerlichkeiten ein,
gibt ihnen als dem Material eine äußere dem Zwecke gemäße Form
und läßt die Objektivität dieser Dinge bestehen
(wie im Bauen von Nestern und anderen Lagerstätten).

Aber reeller Prozeß ist er,
insofern er die unorganischen Dinge vereinzelt
oder sich zu den bereits vereinzelten verhält
und sie mit Verzehrung derselben,
Vernichtung ihrer eigentümlichen Qualitäten, assimiliert;
- der Prozeß mit der Luft (Atmen und Hautprozeß),
mit dem Wasser (Durst) und mit der individualisierten Erde,
nämlich besonderen Gebilden derselben (Hunger).

Das Leben, das Subjekt dieser Momente der Totalität,
spannt sich in sich als Begriff und in die Momente
als ihm äußerliche Realität und ist der fortdauernde Konflikt,
in welchem es diese Äußerlichkeit überwindet.

Weil das Tier, das sich hier als unmittelbar Einzelnes verhält,
dies nur im einzelnen nach allen Bestimmungen der Einzelheit
(dieses Orts, dieser Zeit usf.) vermag,
so ist diese Realisierung seiner seinem Begriffe nicht angemessen,
und es geht aus der Befriedigung fortdauernd in den Zustand
des Bedürfnisses zurück.



§ 363
Die mechanische Bemächtigung des äußeren Objekts ist der Anfang;
die Assimilation selbst
ist das Umschlagen der Äußerlichkeit in die selbstische Einheit.

Da das Tier Subjekt, einfache Negativität, ist,
kann diese Assimilation weder mechanischer noch chemischer Natur sein,
da in diesen Prozessen sowohl die Stoffe
als die Bedingungen und die Tätigkeit äußerliche gegeneinander bleiben
und der lebendigen absoluten Einheit entbehren.



§ 364
Die Assimilation ist erstlich,
weil das Lebendige die allgemeine Macht seiner äußerlichen,
ihm entgegengesetzten Natur ist,
das unmittelbare Zusammengehen des inwendig Aufgenommenen mit der Animalität;
eine Infektion mit dieser und einfache Verwandlung (§ 345 Anm., § 346 ).

Zweitens als Vermittlung ist die Assimilation Verdauung,
- Entgegensetzung des Subjekts gegen das Äußere,
und nach dem weiteren Unterschiede als Prozeß des animalischen Wassers
(des Magen- und pankreatischen Safts, animalischer Lymphe überhaupt)
und des animalischen Feuers
(der Galle, in welcher das Insichgekehrtsein des Organismus von seiner Konzentration aus,
die es in der Milz hat, zum Fürsichsein und zur tätigen Verzehrung bestimmt ist);
- Prozesse, die ebenso aber partikularisierte Infektionen sind.



§ 365
Dieses Einlassen mit dem Äußeren, die Erregung und der Prozeß selbst,
hat aber gegen die Allgemeinheit und einfache Beziehung des Lebendigen auf sich
gleichfalls die Bestimmung der Äußerlichkeit;
dies Einlassen selbst macht also eigentlich das Objekt
und das Negative gegen die Subjektivität des Organismus aus,
das er zu überwinden und zu verdauen hat.

Diese Verkehrung der Ansicht ist das Prinzip der Reflexion des Organismus in sich;
die Rückkehr in sich ist die Negation seiner nach außen gerichteten Tätigkeit.

Sie hat die doppelte Bestimmung, daß er seine mit der Äußerlichkeit
des Objekts in Konflikt gesetzte Tätigkeit von sich einerseits exzerniert,
andererseits, als unmittelbar identisch mit dieser Tätigkeit für sich geworden,
in diesem Mittel sich reproduziert hat.

Der nach außen gehende Prozeß wird so
in den ersten formellen der einfachen Reproduktion aus sich selbst,
in das Zusammenschließen seiner mit sich, verwandelt.



§ 366
Durch den Prozeß mit der äußeren Natur
gibt das Tier der Gewißheit seiner selbst,
seinem subjektiven Begriff, die Wahrheit, Objektivität,
als einzelnes Individuum.

Diese Produktion seiner ist so Selbsterhaltung oder Reproduktion;
aber ferner an sich ist die Subjektivität, Produkt geworden,
zugleich als unmittelbare aufgehoben;
der Begriff, so mit sich selbst zusammengegangen,
ist bestimmt als konkretes Allgemeines, Gattung,
die in Verhältnis und Prozeß mit der Einzelheit der Subjektivität tritt.



c. Der Gattungsprozeß


§ 367
Die Gattung ist in ansichseiender einfacher Einheit mit der Einzelheit des Subjekts,
dessen konkrete Substanz sie ist.

Aber das Allgemeine ist Urteil,
um aus dieser seiner Diremtion an ihm selbst für sich seiende Einheit zu werden,
um als subjektive Allgemeinheit sich in Existenz zu setzen.

Dieser Prozeß ihres sich mit sich selbst Zusammenschließens
enthält wie die Negation der nur innerlichen Allgemeinheit der Gattung,
so die Negation der nur unmittelbaren Einzelheit,
in welcher das Lebendige als noch natürliches ist;
die im vorhergehenden Prozesse (vorherg. §) aufgezeigte Negation derselben
ist nur die erste, nur die unmittelbare.

In diesem Prozesse der Gattung geht das nur Lebendige nur unter,
denn es tritt als solches nicht über die Natürlichkeit hinaus.

Die Momente des Prozesses der Gattung aber,
da sie das noch nicht subjektive Allgemeine,
noch nicht ein Subjekt, zur Grundlage haben,
fallen auseinander und existieren als mehrere besondere Prozesse,
welche in Weisen des Todes des Lebendigen ausgehen.



a. Die Gattung und die Arten


§ 368
In ihrer ansichseienden Allgemeinheit
besondert sich die Gattung zunächst in Arten überhaupt.

Die unterschiedenen Gebilde und Ordnungen der Tiere haben den allgemeinen,
durch den Begriff bestimmten Typus des Tiers zum Grunde liegen,
welchen die Natur
teils in den verschiedenen Stufen seiner Entwicklung
von der einfachsten Organisation an bis zu der vollendetsten,
in welcher sie Werkzeug des Geistes ist,
teils unter den verschiedenen Umständen und Bedingungen
der elementarischen Natur darstellt.

Zur Einzelheit fortgebildet
ist die Art des Tieres sich an und durch sich selbst von den anderen unterscheidend
und durch die Negation derselben für sich.

So in feindlichem Verhalten andere zur unorganischen Natur herabsetzend,
ist der gewaltsame Tod das natürliche Schicksal der Individuen.

 

ß . Das Geschlechtsverhältnis


§ 369
Diese erste Diremtion der Gattung in Arten
und die Fortbestimmung derselben
zum unmittelbaren ausschließenden Fürsichsein der Einzelheit
ist nur ein negatives und feindliches Verhalten gegen andere.

Aber die Gattung ist ebenso wesentlich affirmative Beziehung
der Einzelheit auf sich in ihr,
so daß sie, indem sie, ausschließend,
ein Individuum gegen ein anderes Individuum ist,
in dieses andere sich kontinuiert
und sich selbst in diesem anderen empfindet.

Dies Verhältnis ist Prozeß,
der mit dem Bedürfnisse beginnt,
indem das Individuum als Einzelnes der immanenten Gattung nicht angemessen
und zugleich deren identische Beziehung auf sich in einer Einheit ist;
es hat so das Gefühl dieses Mangels.

Die Gattung in ihn ist daher als Spannung
gegen die Unangemessenheit ihrer einzelnen Wirklichkeit der Trieb,
im Anderen seiner Gattung sein Selbstgefühl zu erlangen,
sich durch die Einung mit ihm zu integrieren
und durch diese Vermittlung die Gattung mit sich zusammenzuschließen
und zur Existenz zu bringen,
- die Begattung.

 


§ 370
Das Produkt ist die negative Identität der differenten Einzelheiten,
als gewordene Gattung ein geschlechtsloses Leben.

Aber nach der natürlichen Seite ist es nur an sich diese Gattung,
verschieden von den Einzelnen, deren Differenz in ihm untergegangen ist,
jedoch selbst ein unmittelbar Einzelnes,
welches die Bestimmung hat,
sich zu derselben natürlichen Individualität,
der gleichen Differenz und Vergänglichkeit zu entwickeln.

Dieser Prozeß der Fortpflanzung geht hiermit
in die schlechte Unendlichkeit des Progresses aus.

Die Gattung erhält sich nur durch den Untergang der Individuen,
die im Prozesse der Begattung ihre Bestimmung erfüllt [haben] und,
insofern sie keine höhere haben,
damit dem Tode zugehen.



y. Die Krankheit des Individuums


§ 371
In den zwei betrachteten Verhältnissen geht der Prozeß der Selbstvermittlung
der Gattung mit sich durch ihre Diremtion in Individuen
und das Aufheben ihres Unterschiedes vor.

Aber indem sie ferner (§ 357) die Gestalt äußerer Allgemeinheit,
der unorganischen Natur gegen das Individuum annimmt,
bringt sie auf abstrakte negative Weise sich an ihm zur Existenz.

Der einzelne Organismus kann in jene